In Italien boomt der Religions-Tourismus: Jährlich pilgern 30 Mio. in den Stiefelstaat
- Insgesamt 200.000 Übernachtungsplätze in Klöstern
- Weltweit sind es 260 Mio. Pilgerreisende pro Jahr
·Sich auf die Spuren des Papstes machen
Fotos: Erkundungsreisen nach Bayern boomen
·Tourismus und Kirche im Einklang
Mit alten Pilgerwegen neue Gäste locken
·Bis zu sieben Euro Eintritt in Kirchen
In Italien beginnen nun Proteste gegen Kommerz
·Wallfahrt als touristisches Projekt
Via Sacra-Gemeinden gelten als Vorreiter

In diesem Sommer boomt in Italien der "Religions-Tourismus", der das Bedürfnis nach Erholung mit der Suche nach dem Sinn des Lebens verbindet. Nach Angaben des katholischen Reiseführers Itinerari bieten Klöster und andere religiöse Institutionen insgesamt 3.300 Übernachtungsmöglichkeiten mit insgesamt 200.000 Plätzen an.
55 Millionen Übernachtungen wurden im vergangenen Jahr gemeldet. In Italien besuchen 30 Millionen Pilger Kirchen oder Wallfahrsorte, weltweit unternehmen jährlich 260 Millionen Gläubige eine Pilgerreise.
Andrang in ganz Italien
Mehrere tausend Kilometer Pilgerwege durchkreuzen den Stiefelstaat. In Italien zählen der Wallfahrtsort Loreto sowie die süditalienische Kleinstadt San Giovanni Rotondo, Heimatort des nicht nur in Italien sehr verehrten Heiligen Padre Pio, zu den beliebtesten Wallfahrtsorten. Auch Assisi sowie Rom erleben einen regelrechten Andrang. "Der Tod von Johannes Paul II. und der Amtsantritt von Benedikt XVI. haben einen Pilgeransturm ausgelöst, der kein Ende nimmt", berichtete ein Redakteur von Itinerari.
Vatikan und Grabmal in Padua
Die Lombardei, Kampanien und die Emilia Romagna zählen ebenfalls zu den bevorzugten Zielen italienischer Pilger. Von den 1.765 Wallfahrtsorten im Land sind 1.539 der Jungfrau Maria gewidmet. Außer dem Vatikan findet das Grab des Heiligen Antonius in Padua am meisten Interesse: Vier Millionen Gläubige besuchen jedes Jahr die Kathedrale mit der heiligen Stätte.
Flucht vor Massentourismus
Den Alltag hinter sich lassen, geistige Nahrung im Gehen suchen: Immer mehr Menschen fliehen vor dem Massentourismus und suchen Kraftplätze für die Seele auf. Stark wachsend ist die Zahl der Italiener, die Pilgerreisen nach Lourdes oder Fatima unternehmen. Nach mehreren Jahren Stopp wegen der Intifada haben dieses Jahr auch die Pilgerreisen nach Jerusalem wieder begonnen.
Websites für Religions-Touristen
Mehrere Internet-Portale sind inzwischen den "Religions-Touristen" gewidmet. In der norditalienischen Stadt Vicenza wurde sogar eine internationale Messe für religiöse Reisen organisiert. Bevorzugte Ziele sind die zahlreichen Kirchen, Klöster und Wallfahrtsorte in Latium, der Region um Rom, wissen Experten. (apa)
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