Mittwoch, 20. Juli 2005

Der Staat sieht alles

  • 1.000 Kameras wachen über die Wiener U-Bahn

Österreich rüstet auf: 40 Prozent mehr Kameras für die Polizei, Überwachung in U-Bahn-Waggons und immer mehr „Handy-Lauschangriffe“ – so reagiert Österreich auf die Terrorbedrohung.

Zwei Tage nach den verheerenden Terroranschlägen in der Londoner City gab es auch in der Wiener U-Bahn Bombenalarm. In der U6-Station Alserstraße löste ein auf dem Bahnsteig zurückgelassenes Gepäckstück Panik aus. Die Station musste sofort geräumt werden. Minuten später rückte ein Einsatzkommando der Polizei an. Dann die Entwarnung: Es handelte sich nur um die Nachahmungstat eines „Spaßvogels“.

Von der Kamera entdeckt. Dennoch, eines bewies der Vorfall: Den elektronischen Augen der Wiener Linien entgeht nichts. Das Gepäckstück wurde nämlich nicht etwa von einem Passagier bemerkt, sondern von der Stationsaufsicht am Monitor entdeckt. Linienkoordinator Helmut Neubauer: „Das Terrorrisiko wird bei uns als äußerst gering eingeschätzt. Seit den Anschlägen in London achten wir aber mehr auf allein stehende Gegenstände, Koffer und Packerln. Und da leisten unsere Kameras unverzichtbare Dienste.“

In den 85 Stationen des Wiener U-Bahn-Netzes halten über 1.000 Kameras jede Unregelmäßigkeit fest. Auf jeden Bahnsteig sind zumindest drei elektronische Augen gerichtet. Die Daten werden derzeit noch nicht aufgezeichnet, das wird sich aber demnächst ändern.
Deckenkameras im Waggon. Schließlich bereiten die Wiener Linien für August einen einjährigen Testbetrieb vor, bei dem Kameras innerhalb der U-Bahn-Garnituren eingesetzt werden.

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20.7.2005 16:36