Mittwoch, 20. Juli 2005

Wetter-Chaos: Sommer der Extreme

  • Sengende Sonne: Südeuropa vertrocknet und brennt
  • Opfer der Flut: Rumänien ist zu 3/4 unter Wasser

Wetter-Chaos. Während in Spanien und Portugal Rekordhitze und Waldbrände wüten, versinkt der Balkan in einer Jahrhundertflut.
Wetter-Drehscheibe: Die kontinentale Wetter-Scheide geht genau durch Österreich – damit bleibt uns kein Extremwetter erspart.

Extreme Dürre, verheerende Waldbrände und Wasserknappheit im Süden und Westen Europas. Nicht enden wollende Regenfälle und gewaltige Überschwemmungen im Osten – das Wetter über unserem Kontinent spielt verrückt. Und dieser Sommer der Extreme ist noch lange nicht zu Ende.

Schon seit mehr als zehn Monaten leiden die Bewohner der Iberischen Halbinsel unter der größten Trockenheit seit Jahrzehnten. In Portugal wurden aufgrund der großen Dürre allein zwischen 1. Jänner und 1. Juli mehr als 3.300 Waldbrände registriert. In Spanien spricht man sogar schon vom schlimmsten Sommer seit 1947. Dort brennen derzeit mehr als 1.200 Hektar Wald – der Kampf der Feuerwehrleute scheint aussichtslos. Können sie an einer Stelle die Feuersbrunst eindämmen, bricht sie an einer anderen wieder aus. Wie sich herausstellte, wurden die Brände durch leichtsinnige Jugendliche ausgelöst. Sie hatten im ausgedörrten Nationalpark Guadalajara ein Grillfest veranstaltet – ein kleiner Funke genügte, und die gesamte Gegend verwandelte sich in eine Flammenhölle. Bei den Löscharbeiten starben bereits elf Feuerwehrleute in den Flammen.

Wasserknappheit im Westen. Die Hitze mit Temperaturen bis zu 40 Grad macht auch unseren südlichen Nachbarn zu schaffen – in den vergangenen Tagen sind in Italien mehr als 50 Brände ausgebrochen. Besonders betroffen ist die Insel Sardinien, auf der ganze Viehherden den Flammen zum Opfer gefallen sind.

Auch Frankreich stöhnt unter der Hitzewelle. So wie schon seit Wochen in Portugal und Spanien wurde jetzt auch in der „Grande Nation“ das Wasser rationiert. Privatpersonen ist es in vielen Gegenden verboten, das Auto zu waschen oder den Rasen zu sprengen. In weiten Teilen kommt es auch bereits zu Engpässen bei der Stromversorgung – Grund sind der gestiegene Bedarf, besonders durch Klimaanlagen, und die geringere Produktion der Wasserkraftwerke.

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20.7.2005 16:21