Mittwoch, 20. Juli 2005

NEWS: Agnes Husslein holt Robert Menasse zur "Gegeneröffnungsrede" nach Salzburg

  • Menasse will über "Spektakelkultur und intellektuelle Abstinenz" reden

Nach dem Willen von LH Burgstaller wurde zur Eröffnung der diesjährigen Salzburger Festspiele kein Festredner verpflichtet. Eine bedeutende intellektuelle Tradition, die einst Eugene Ionesco, Giorgio Strehler, Kardinal König, Peter Slotrerdijk oder Nikolaus Harnoncourt nach Salzburg brachte, wurde damit für beendet erklärt. Agnes Husslein, scheidende Direktorin des Salzburger Museums der Moderne, will sich mit der umstrittenen Maßnahme nicht abfinden: Am Montag, 25. Juli, 18 Uhr - zum Zeitpunkt der eröffnenden "Jedermann"-Premiere - bittet sie zur Gegeneröffnung in ihr Museum auf dem Mönchsberg.

Weil Salzburg den intellektuellen Anstoß von außen braucht (Husslein), hat sie dafür den bedeutenden österreichischen Autor Robert Menasse verpflichtet. Das berichtet NEWS in seiner aktuellen Ausgabe.

In NEWS skizziert Menasse seine Rede, die in Salzburg nicht undiskutiert bleiben dürfte: "Ich werde versuchen, auf seriös-analytische Weise darüber zu reflektieren, worüber wir reden, wenn wir über die Spektakelkultur nach Art der Salzburger Festspiele reden." Zentrales Thema wird auch die Abschaffung der Rede selbst sein. Menasse zu NEWS: "Ich werde auch laut darüber nachdenken, warum bei den Salzburger Festspielen die Eröffnungsrede, also der Link zur intellektuellen Reflexion, gekappt und für sinnlos erklärt wird. Bisher waren wir aus der politischen Geschichte gewohnt, dass Menschen, die zu lange regieren, weltfremd werden und verdummen. Dass es bei Frau Burgstaller so schnell geht, ist ein Wunder. Ich habe von ihr noch kein Wort zur Zwangsernährung gehört, aber genug Blödheiten über die Notwendigkeit oder Überflüssigkeit von Festspielreden. Jetzt verordnet sie intellektuelle Abstinenz beim bedeutendsten kulturellen Ereignis in ihrem Bundesland. Das lässt Schlimmes für die Zukunft der österreichischen Sozialdemokratie befürchten, als deren Zukunftshoffnung Frau Burgstaller gilt.

Lesen Sie die ganze Story im aktuellen NEWS!

20.7.2005 12:13