NEWS: Gagen der Top-Bosse börsenotierter Konzerne werden künftig offen gelegt
- Schenz kündigt Selbstverpflichtung der Wirtschaft an
- "Die meisten werden es zähneknirschend machen."
Die Einkommen der Bosse der börsenotierten Unternehmen sind zukünftig im Geschäftsbericht offen zu legen. Richard Schenz, Kapitalmarktbeauftragter der Bundesregierung, kündigt via NEWS eine entsprechende Selbstverpflichtung der Wirtschaft an: "Das ist ein internationaler Trend, dem wir uns nicht entziehen können".
Noch im Sommer soll die Transparenz-Offensive vom Arbeitskreis für Corporate Governance beschlossen werden, Gültigkeit hat die Richtlinie ab nächstem Jahr. Bislang steht es den einzelnen börsenotierten Unternehmen gänzlich frei, ob sie die Gagen ihrer Vorstände im Geschäftsbericht aufschlüsseln oder nicht. Künftig müssen die Unternehmen exakt erklären, wenn sie es nicht tun. Schenz: "Sicher werden es einige Vorstände als unangenehm empfinden. Ich glaube aber dass es die meisten machen werden, wenn auch teilweise zähne knirschend.." Sanktionen bei einer Nichtveröffentlichung sind nicht vorgesehen. Aber: "Die Investoren werden sich im Falle einer Nichtveröffentlichung ihren Teil denken und das zu interpretieren wissen.", so Schenz.
Anders als in Deutschland soll jedenfalls keine gesetzliche Veröffentlichungspflicht kommen. Arbeiterkammer-Chef Herbert Tumpel fordert zwar ein diesbezügliches Gesetz, sowohl Schenz als auch Justizministerin Karin Miklautsch sehen aber keinen Handelsbedarf in diese Richtung. Miklautsch im NEWS-Interview: "Man muss aufpassen, der Wirtschaft keine unnötigen Prügel zwischen die Beine zu werfen."
Österreichs Vorstandsbosse verdienten jedenfalls auch 2004 wieder prächtig. Spitzenreiter im NEWS-Gagen-Ranking sind Erste Bank-Boss Andreas Treichl mit einer Jahresgage von 4,5 Mio. Euro (inkl. Bonuszahlungen), Wienerberger-Chef Wolfgang Reithofer (1,23 Mio. Euro) sowie RHI-General Helmut Draxler (rund 1,2 Mio. Euro).
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