Freitag, 22. Juli 2005

Nach Landtagswahl: Verbund will Estag-Anteile von EdF übernehmen

  • Bartenstein einigt sich mit Franzosen Breton
  • Steirer erwägen auch Verkauf von weiteren 25 %

Der Verbund will die Anteile des französischen Stromkonzerns EdF an der Energie Steiermark (Estag) übernehmen, allerdings erst nach den steirischen Landtagswahlen im Herbst. Darauf hätten sich Wirtschaftsminister Bartenstein und sein französischer Amtskollege Breton bei ihrem Treffen vergangenen Montag in Paris geeinigt.

Sowohl Verbund, als auch die Electricité de France stehen derzeit noch mehrheitlich in Staatsbesitz. Die EdF war 1998 zu einem Preis von 5,6 Mrd. S (407 Mio. Euro) bei der Estag eingestiegen, seither hält der französische Konzern 25 Prozent am steirischen Energieversorger. Der vor der Privatisierung über die Börse stehende französische Stromriese hat in jüngerer Vergangenheit allerdings mehrfach betont, seine Anteile wieder veräußern zu wollen.

Der Verbund ist bereits zu 34,6 Prozent an der Estag-Tochter Steweag-Steg beteiligt. Übernimmt der Verbund von der EdF nun auch noch 25 Prozent an der Estag selbst, würde der Konzern auch die im Syndikatsvertrag zugesicherten weit über die normalen Rechte eines 25 -Prozent-Aktionärs hinausreichenden Mitbestimmungsrechte der EdF erhalten. Stellungnahmen wollten laut Bericht weder der Verbund, noch das Wirtschaftsministerium abgeben.

Laut Zeitung meinen Kritiker in der Steiermark, dass die Steirer nach dem Estag-Einstieg des Vebrunds nichts mehr zu reden hätten. Mit der steirischen Landeshauptfrau Waltraud Klasnic soll der Deal aber dennoch bereits akkordiert worden sein, schreibt der "Standard".(apa/red)

22.7.2005 20:47