Personalabbau: Fotohersteller Eastman Kodak streicht bis zu 25.000 Arbeitsstellen
- Wegen Problemen bei Umstellung auf Digitalfotografie
- Kodak Österreich ist davon wohl nicht betroffen
Der US-amerikanische Foto-Spezialist Eastman Kodak muss seinen Umbau verschärfen und streicht bis zu 10.000 Stellen mehr als geplant. Nun sollen insgesamt 22.500 bis 25.000 Arbeitsplätze verschwinden, während das ursprüngliche Umbauprogramm 2004 noch den Abbau von 15.000 Stellen vorsah. Für das zweite Quartal wies Kodak am Mittwoch einen Verlust von 146 Mio. Dollar (121 Mio. Euro) aus. Der Konzern versucht fieberhaft, auf digitale Produkte umzusteigen, da das traditionelle Fotogeschäft immer unwichtiger wird. Erst gestern hatten die Computerfirmen IBM und HP massive Stellenabbaupläne bekannt gegeben.
Auf die Österreich-Tochter von Kodak haben die Maßnahmen voraussichtlich keine Auswirkung. "Wir gehen davon aus, dass sich für uns nichts ändert", erklärte Kodak Österreich-Geschäftsführer Rudolf Möstl am Mittwochnachmittag auf APA-Anfrage. Konzernintern war die Maßnahme bis dahin noch nicht kommuniziert worden. Erst im Vorjahr schloss Kodak Österreich sein Fotolabor in Wien-Auhof, wodurch 175 Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze verloren. Seit 2004 ist Kodak Österreich nur noch eine Vertriebs- und Servicegesellschaft mit 64 Mitarbeitern.
Auch das Kodak-Lizenzlabor "Color Drack" in Schwarzach im Salzburger Pongau mit rund 180 Mitarbeitern sei vom Sanierungsprogramm und dem kräftigen Personalabbau nicht betroffen, sagte Geschäftsführer Rupert Ellmer zur APA. Möglicherweise könnte es künftig bei der Anlieferung von Material wie Fotopapier zu Problemen kommen. In diesem Fall könne man aber auf Produkte anderer Hersteller ausweichen. Color Drack wurde erst im Frühjahr 2004 nach der Schließung des Wiener Kodak-Labors zum Lizenzlabor. Diese Verlagerung habe eine Absicherung des Standortes bedeutet.
Kodak werde rund 7.000 Stellen in den Produktionsbetrieben zusätzlich abbauen und 2.300 Positionen in der Verwaltung, hieß es. Dadurch sollen die Kosten zusätzlich um 800 Mio. Dollar im Jahr gesenkt werden. Die Maßnahmen sollen rund 470 Mio. Dollar kosten.
Kodak muss Kosten aggressiv senken
Kodak-Konzernchef Antonio Perez verwies auf den "rascheren Verkaufsrückgang bei den traditionellen Verbraucherprodukten und -dienstleistungen". Deshalb müsse Kodak seine Kosten aggressiver senken. Kodak befindet sich mitten in einer Umstellung auf digitale Produkte wie Digitalkameras, medizintechnische Diagnostik und entsprechende Dienstleistungen. Das Unternehmen wolle den Umbau innerhalb von 24 Monaten hinter sich bringen, erklärte Perez.
Im Rahmen des Anfang 2004 angekündigten Umbauprogramms baute Kodak bereits 13.475 Stellen ab. Die Gesamtbelastungen der Restrukturierung dürften auf 2,7 bis 3 Mrd. Dollar steigen gegenüber einer ursprünglichen Schätzung von 1,3 bis 1,7 Mrd. Dollar. Die jährlichen Kostenersparnisse sollen auf insgesamt 1,6 bis 1,8 Mrd. Dollar steigen gegenüber der ursprünglichen Schätzung von 0,8 bis 1,0 Mrd. Dollar.
Im zweiten Quartal 2004 hatte Kodak noch einen Gewinn von 136 Mio. Dollar ausgewiesen. Der Quartalsumsatz erhöhte sich auf 3,7 (3,5) Mrd. Dollar. Im gesamten ersten Halbjahr addierten sich die Verluste auf 288 Mio. Dollar gegenüber einem Gewinn von 157 Mio. Dollar vor einem Jahr. Der Halbjahresumsatz stieg auf 6,5 (6,4) Mrd. Dollar.
(apa/red)
Euro-Krise Spanien16:18
Spanien am AbgrundRettung einer maroden Großbank stößt Spanien tief in den Strudel der Euro-Krise
Steiermark19:54
Tödlicher TauchgangFrau fährt in einen Wasserkanal der Mur. Lenkerin wird nur noch tot geborgen.
EURO 2012 Deutschland19:32
EM ohne DraxlerLöw sortiert vier Spieler aus dem Teamkader aus. Auch Stürmer Cacau nur Zuseher.

