Mittwoch, 20. Juli 2005

AK warnt vor Lotto-Spielgemeinschaft: An
"Lotto-Service" verdient nur der Betreiber

  • Kosten von 29 €/Monat, Gewinn beträgt 36 Cent

"Lotto spielen - ein ganzes Jahr für nur 29 Euro". Dieses verlockende Angebot der Firma "Lotto-Service" testeten die Konsumentenberater der Arbeiterkammer Niederösterreich (AKNÖ). Ihre am Mittwoch veröffentlichte Bilanz: Nur der Betreiber macht damit Gewinne - und zwar 1.138 Euro. Der Gewinn pro Person betrug karge 36 Cent.

"Das Lotto-Service" wird über Flyer im Postkasten angeboten: Man nimmt an einer Spielgemeinschaft teil, die 50 Personen umfasst. Geteilt werden nicht nur die Einsätze, sondern auch die Gewinne. Damit sieht die Bilanz laut AKNÖ nach einem Jahr Lotto spielen meist recht nüchtern aus. Mit fünf Dreiern zwischen sieben und 13 Cent war auch die Ausbeute der Konsumentenschützer mehr als bescheiden. Der Gewinn betrug 36 Cent. "Erfreulich war lediglich, dass die Lotto-Firma korrekt abgerechnet hat", so die AKNÖ in einer Aussendung.

Nur Betreiber verdient
Sicherer Gewinner ist aber der Betreiber dieses "Lotto-Service". Die einfache Rechnung: 50 Mitspieler zahlen 29 Euro für drei Tipps, die in 104 Lotto-Runden ein Jahr lang gespielt werden. Das ergibt eine Teilnahmegebühr von 1.450 Euro für die Lotto-Firma. Rechnet man die 312 Euro für die Lotto-Tipps ab, bleiben für die Firma 1.138 Euro übrig.

"Sehr viel Geld für wenig Verwaltungsaufwand", so Eva Schreiber von der AKNÖ. "Viele Menschen lesen nur die verlockende Überschrift und zahlen 29 Euro ein. Sie kommen dann erst im Nachhinein darauf, dass das Angebot zwar legal, in den meisten Fällen aber doch nicht so lukrativ war, wie erhofft. Ein Lotto-Sechser, geteilt durch 50, verliert doch viel von seinem Reiz."
(apa/red)

20.7.2005 12:56