Dienstag, 19. Juli 2005

Hebt Red Bull bald auch in Frankreich ab? Hoffen auf Zulassung des Energy Drinks

  • Getränk bei Franzosen bislang noch verboten
  • Wirtschaftstreffen könnte Schwung gebracht haben

Das österreichisch-französische Wirtschaftstreffen am Montag in Paris könnte Bewegung in einen seit zehn Jahren währenden Streit um die Zulassung des Energydrinks Red Bull in Frankreich gebracht haben. Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (V) und Finanzminister Karl-Heinz Grasser (V) sprachen sich bei der Zusammenkunft mit dem französischen Finanzminister Thierry Breton für eine Zulassung des weltweit verkauften Energydrinks "Made in Austria" auch in Frankreich aus.

Während Red Bull in rund 120 Ländern der Welt zugelassen ist haben die Franzosen das in Österreich produzierte Getränk für ihren Markt nicht genehmigt. Grund sei die Anreicherung mit Zusatzstoffen wie Koffein und Taurin, erklärte Volker Viechtbauer, Leiter der Rechtsabteilung der Red Bull GmbH. "Wir hoffen, dass Red Bull in Kürze auch den französischen Konsumenten Flügel verleiht, so wie in 23 anderen EU-Mitgliedsländern", sagte er nach den Gesprächen in Paris. Der Erstantrag für die Zulassung von Red Bull in Frankreich wurde bereits 1995 gestellt. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte 2004 entschieden, dass das Verkaufsverbot keine Wettbewerbsbehinderung darstelle. Neben Frankreich hat auch Dänemark Red Bull nicht zugelassen.

Die OMV hat bei dem Besuch in Paris bei der französischen Energiegesellschaft Gaz de France (GdF) sondiert. Die GdF wolle im September eine Repräsentanz in Wien eröffnen, die OMV erwäge auch eine mögliche Zusammenarbeit mit der GdF beim Gas-Pipeline-Projekt "Nabucco", erläuterte David Davies, Finanzvorstand der OMV. Bisher sind fünf Teilhaber im Konsortium - Botas, Bulgargaz, Transgaz, MOL und die OMV Gas.

Der Generaldirektor der Böhler-Uddeholm AG, Claus Raidl, hat in Paris Möglichkeiten der Zulieferung für den Airbus A350, der im Jahr 2010 an die Fluglinien ausgeliefert werden soll, ausgelotet. Der Vorstandschef von Fischer Advanced Composite Components AG (FACC), Walter Stephan, möchte beim Airbus A350 einen Zulieferanteil von zwei Prozent erreichen. Beim großen "Super-Airbus" A380 kommt bereits ein Prozent des Strukturwerts von FACC. Der Geschäftsführer von Frequentis, Christian Pegritz, der den Pariser Flughafen Charles de Gaulle mit sprachgesteuerter Frequentis-Flugsicherung ausgerüstet hat, bewertet die durch den Ministerbesuch vermittelten Kontakte zu französischen Konzernen positiv.

(apa)

19.7.2005 13:05