Montag, 18. Juli 2005

Auf 2,6 Prozent geklettert: Österreichs Inflation auf Höchststand seit Sommer 2001!

  • Der nationale VPI stieg von 2,0 auf 2,4 Prozent an!
  • Der Hauptgrund sind die derzeit teuren Treibstoffe

Die Teuerung in Österreich nach den Kriterien der Eurozone ist im September mit 2,6 Prozent auf den höchsten Stand seit mehr als vier Jahren geklettert. Im August hatte der Anstieg noch 1,9 Prozent betragen. Grund für die starke Steigerung sind die Treibstoffe, die im HVPI ein stärkeres Gewicht haben als im heimischen Verbraucherpreisindex. Der nationale VPI lag im September um 2,4 Prozent über dem Vorjahr, nach 2,0 Prozent im August.

Hauptverantwortlich für die Teuerung im Jahresabstand nach nationalen Kriterien war nach Angaben der Statistik Austria weiterhin die Hauptgruppe Verkehr mit +5,4 Prozent, wobei sich Kraft- und Schmierstoffe sogar um 23 Prozent verteuerten. Im Monatsabstand musste für Normal- und Superbenzin um 8 Prozent mehr bezahlt werden, für Diesel um 4 Prozent mehr, wie am Dienstag bekannt gegeben wurde.

Haushaltsenergie 10 Prozent teurer
Wegen des starken Ölpreisanstiegs war die Inflationsrate in Österreich im September mit 2,4 Prozent nach heimischen Kriterien deutlich höher als in den Sommermonaten. Noch höher war die Teuerungsrate zuletzt im Dezember 2004 mit 2,5 Prozent. Im 1. Quartal 2005 lag der VPI-Anstieg bei 2,3 bis 2,4 Prozent.

Bei der harmonisierten Inflationsrate (HVPI), die für die Eurozone berechnet wird, war der Anstieg mit 2,6 Prozent diesmal so hoch wie seit mehr als vier Jahren nicht mehr. Im Juli 2001 hatte der HVPI im Jahresabstand um 2,8 Prozent zugelegt, im Juni 2001 um 2,6 Prozent.

Im harmonisierten Preisindex haben nach Angaben der Statistik Austria die Treibstoffe wegen des Tanktourismus aus den Nachbarländern nach Österreich ein höheres Gewicht als im VPI. Daher wirken sich im HVPI Treibstoffpreiserhöhungen noch deutlicher aus.

Von der Inflationsrate nach heimischen Kriterien erklären sich laut Statistik Austria allein zwei Drittel durch die Hauptgruppen Verkehr (+5,4 Prozent) sowie Wohnen, Wasser und Energie (+4,7 Prozent). Normal- und Superbenzin waren um je 23 Prozent teurer als vor einem Jahr, Dieseltreibstoff um 25 Prozent. Kraft- und Schmierstoffe kosteten nun um 28 Prozent mehr als im Jahr 2000, als die Ölpreise ebenfalls auf einem Höchststand waren.

Bei "Wohnen, Wasser und Energie" gab es starke Preissteigerungen bei den Betriebskosten für Wohnungen (+11 Prozent) und bei Haushaltsenergie (+10,4 Prozent; davon flüssige Brennstoffe +40 Prozent, Gas +6 Prozent). Die Instandhaltung von Wohnungen war um 2,9 Prozent teurer als vor einem Jahr.

Preisrückgänge gegenüber dem Vorjahr gab es neuerlich in den Hauptgruppen Nachrichtenübermittlung (-10,6 Prozent; Telefonapparate -13 Prozent, Telefondienstleistungen -11%) und bei Freizeit und Kultur (durchschnittlich -0,7 Prozent; darunter Datenverarbeitungsgeräte -19 Prozent, Fotogeräte -11 Prozent, Radio-, TV- und Videogeräte -8 Prozent und Spielwaren -6 Prozent).

Im Monatsabstand - von August auf September - verteuerten sich wegen des Eintreffens der neuen Herbstkollektionen primär Bekleidung und Schuhe, in Summe um 6,9 Prozent. Bei Bekleidungsartikeln allein waren es sogar +8,4 Prozent. Spitzenreiter waren hier Herrenwintermäntel mit 24 Prozent Preisanstieg, Herrenjacken mit +21 Prozent sowie Damenröcke mit +19 Prozent.

In der Hauptgruppe Verkehr (+0,9 Prozent) verteuerten sich im Monatsabstand die Kraft- und Schmierstoffe um 6 Prozent, dabei bei Normal- und Superbenzin um 8 Prozent und bei Diesel um 4 Prozent. Heizöl aus der Hauptgruppe Wohnen (+1,0 Prozent) legte zu Beginn der Heizsaison um 13 Prozent zu und war damit laut Statistik Austria bereits um 57 Prozent teurer als im Jahr 2000.

In der Hauptgruppe Freizeit und Kultur (-1,7 Prozent) gab es saisonbedingt starke Preissenkungen bei Pauschalreisen (-7,1 Prozent). Dabei wurden Flugpauschalreisen um 13 Prozent billiger, Städteflüge verteuerten sich aber im Monatsabstand um 5 Prozent. Spielwaren kosteten im September um 5 Prozent weniger als im August, PC-CD-Rom-Spiele verbilligten sich sogar um 13 Prozent.

(apa/red)

18.7.2005 10:44