Sonntag, 24. Juli 2005

Bald-"Ösi" Hofmann vergab Elfer, Rapid siegte dennoch: Sturm verlor weiße Weste

  • Auch Rotsünder David Mujiri kam Sturm abhanden
  • Admira nach Niederlage gegen GAK weiter Letzter

Die 50.000 Zuschauer-Marke wurde in der dritten Runde der T-Mobile-Bundesliga zwar erstmals in dieser Saison verfehlt, - einschließlich der
ausverkauften Sonntags-Partie Ried-Salzburg passierten knapp 42.000 die Drehkreuze - die Anwesenden bereuten ihr Kommen aber nicht. Meister Rapid steckte einen vergebenen Elfer des künftigen Österreichers Steffen Hofmann weg und schlug Pasching 2:0. "Vize" GAK besiegte Admira auswärts nach 0:1-Rückstand noch mit 2:1 und Stadtrivale Sturm verlor beim 0:0-Heimremis gegen Wacker Tirol die ersten Punkte sowie Goalgetter Mujiri durch eine Rote Karte.

Der künftige ÖFB-Teamspieler und Rapid-Kapitän Hofmann legte sich in der 55. Minute nach einer umstrittenen Hands-Entscheidung den Ball zurecht, um den fälligen Strafstoß zu verwandeln. Doch nach fünf erfolgreichen Bundesliga-Versuchen scheiterte der 24-Jährige erstmals vom Elfmeter-Punkt. "Beim 1:1 vergangene Saison in Pasching habe ich in die linke Ecke getroffen. Es war scheinbar ein Fehler, die Seite zu wechseln. Aber Pasching-Goalie Schicklgruber hat auch super gehalten", schilderte er sein Missgeschick, das ihn nicht davon abhielt, beide Treffer seines Teams vorzubereiten. Das 1:0 durch Valachovic (79.) folgte aus einem Hofmann-Eckball, beim 2:0 (89.) des eingewechselten Lawaree (89.) gab der Mittelfeldregisseur die ideale Vorlage.

"In der vergangenen Saison haben wir oft ein frühes Tor geschossen, was es einfacher gemacht hat", begründete Hofmann die Tatsache, dass es trotz druckvollen Spiels der Hütteldorfer ein hart erkämpfter Sieg geworden war. Meistertrainer Josef Hickersberger sah es ähnlich. "Wenn eine Mannschaft so gut organisiert ist wie Pasching und einen überragenden Tormann hat, ist es schwierig, zu gewinnen", analysierte "Hicke" und fügte hinzu: "Die Partie verlief wie gegen Sturm. Wir haben Druck gemacht, aber unsere Chancen nicht genützt." Abschließend meinte der ehemalige ÖFB-Teamchef: "Ich bin froh, dass wir nicht auf Grund des fragwürdigen Elfers gewonnen haben, denn dann wäre wieder ein Aufschrei durch das Land gegangen."

Pasching-Coach Georg Zellhofer, der mit seiner Mannschaft seit 13 Bundesliga-Spielen auf einen Sieg wartet, zollte dem Gegner Respekt: "Im Großen und Ganzen war es ein verdienter Sieg von Rapid. Wir haben heute nur reagiert, aber nicht agiert."

Admiras Thalhammer: "Elfer-Entscheidung war skandalös"
Schlusslicht Admira, auf Grund zahlreicher prominenter Verpflichtungen als starker Außenseiter gehandelt, steht noch ohne Punkt da. Der unter Druck geratene Coach der Südstädter, Dominik Thalhammer, suchte nach der unglücklichen Heimniederlage gegen den GAK die Schuld beim Schiedsrichter: "Die Elfer-Entscheidung war skandalös." Sowa hatte beim Stand von 1:0 für die Admira nach einem fragwürdigen Strafraum-Foul erst nach einem Signal seines Assistenten Werschnik auf den Punkt gezeigt. Bazina verwandelte (67.) und leitete den Umschwung ein, den GAK-Kapitän Ehmann nur eine Minute später vollendete. Ehmann war aber nicht restlos zufrieden: "Noch bringen wir nicht das, was wir uns vorstellen, aber es ist trotz des kleinen Kaders viel Potenzial in der Mannschaft."

Beim bisherigen Überraschungs-Team Sturm Graz wurde Mujiri, der in den ersten beiden Partien gleich drei Tore erzielt hatte, zum Buhmann des torlosen Remis gegen Wacker. Der Georgier flog in der 56. Minute wegen einer Tätlichkeit gegen Feldhofer vom Platz und beendete damit eine Drangperiode seines Teams. "Der Ausschluss war ausschlaggebend. Bis dahin haben wir das Spiel kontrolliert und waren klar besser. Das darf einem Profi nicht passieren", ging Sturm-Kapitän Günther Neukirchner mit seinem Mannschaftskollegen hart ins Gericht. Die Tiroler präsentierten sich im Vergleich zu den Auftaktpartien verbessert, warten aber noch immer auf das erste Tor.

(apa/red)

24.7.2005 19:00