"Fall Knauß" ist vorerst abgeschlossen: Der Rennläufer müsste jetzt selbst aktiv werden!
- Flick: "Überlegen, ob man sich das gefallen lässt"
- PLUS: Chronologie, Steckbrief und die Reaktionen!
·"WADA sollte die echten Doper finden"
Bitteres Nachspiel für frühpensionierten Knauß
·Ski alpin: Hans Knauß
beendet seine Karriere
Berufung gegen Doping- sperre wurde abgewiesen
·Chronologie des Dopingfalls Knauß
Vom Rennen in Lake Louise bis zum Urteil
·Karriereende: Steck- brief von Hans Knauß!
Sieben Weltcupsiege auf dem Konto des Steirers!
·Rücktritt von Hans Knauß: Die Reaktionen!
Giger: "Bin schwer ent- täuscht, Frust ist groß"
·Das Urteil im Doping-Fall Hans Knauß!
Wortlaut: CAS veröffent-lichte jetzt Knauß-Urteil
Nach dem spontanen Rücktritt von Hans Knauß ist für den ÖSV und auch dessen Rechtsanwalt Christian Flick der "Fall Knauß" vorerst abgeschlossen. Nur wenn der wegen Dopings für 18 Monate gesperrte, steirische Skirennläufer selbst weitere Aktivitäten setzt, könnte nochmals Bewegung in den Fall kommen.
Unabhängig davon will sich der Österreichische Skiverband laut Alpinchef Hans Pum aber zumindest informieren, ob es noch rechtliche Möglichkeiten gibt. Der internationale Sportgerichtshof CAS hatte Knauß zwar Milderungsgründe - nur leichte Fahrlässigkeit bzw. Mithilfe zur lückenlosen Aufklärung - zugestanden, die Sperre aber nicht wie angestrebt von 18 auf 12 Monate reduziert. Der 34-jährige Steirer hatte deshalb noch am Mittwoch frustriert und spontan seine Karriere beendet, weil dieser Zeitraum für einen Skifahrer quasi einer Sperre von zwei Jahren entspricht.
Das ist nur ein Punkt, weshalb auch Flick das Urteil für unverständlich und unverhältnismäßig hält. Dass man die an sich vorgesehene, zweijährige Dopingsperre um maximal sechs Monaten verkürzen könne, sei zudem rechtlich unrichtig, betonte Flick. "Sonst hätten wir uns ja das Ganze sparen und gleich aufgeben können. Eine Reduzierung um nur sechs Monate sei jedenfalls unverhältnismäßig gering. "Welche Strafe bekommt dann jemand, der absichtlich dopt?", fragte sich Flick einen Tag nach dem Urteil.
"Geschafft, dass das Mittel vom Markt genommen wurde"
Knauß sei ja im Laufe des Verfahrens sogar immer mehr zum Dopingjäger geworden. "Er hat es z.B. geschafft, dass die verunreinigte Nahrungsergänzungsmittel-Charge vom Markt genommen wurde und hat damit womöglich andere Sportler vor unbewusstem Doping gerettet", so Flick. "Wir haben zwar den Kampf um Milderungsgründe gewonnen, in der Bewertung aber nichts dafür bekommen."
Der Grazer Jurist gibt deshalb zu bedenken: "Der österreichische Sport sollte eigentlich überlegen, ob man das so stehen lässt oder sich das wirklich gefallen lässt. Wir wollen ganz sicher nicht den Geist der WADA aushebeln. Aber es geht schon auch darum, diesen Fall richtig einzuordnen. Wer weiß, was das für die Zukunft bedeutet", so Flick.
Falls sich Experten aus dem Bereich ÖSV oder der Anti-Doping-Kommission tatsächlich neu engagieren wollten, müsse das aber rasch geschehen. Flick in Anspielung an den Fußball: "Wir können natürlich eine Causa Bosman eröffnen. Die hat aber in Summe acht Jahre gedauert, das macht im Fall Knauß keinen Sinn."
(apa/red)
