Sensation in Leichtathletik: Isinbajewa übersprang historische Fünf-Meter-Marke
- Zehnter Weltrekord der russischen Olympiasiegerin
- Weidlinger verbesserte ÖLV-Rekord über 5.000 m

Stabhochsprung-Olympiasiegerin Jelena Isinbajewa ist der aktuelle Star der Leichtathletik-Szene. Die 23-jährige Russin übersprang am Freitag beim Super-Grand-Prix-Meeting in London als erste Frau die Fünf-Meter-Schallmauer, drang mit dem neuen Weltrekord von 5,00 Metern in eine neue Dimension der noch jungen Disziplin vor.
Die Überfliegerin aus Wolgograd hatte die Weltrekord-Jagd 2005 Anfang des Monats bei der "Athletissima" in Lausanne eröffnet, als sie ihre eigene Bestleistung mit Leichtigkeit auf 4,93 Meter verbessert hatte. Bereits damals war klar, dass Isinbajewa früher oder später an die Fünf-Meter-Türe klopfen würde.
Nachdem sie die Bestmarke vergangenen Samstag in Madrid bereits auf 4,95 Meter geschraubt hatte, blies sie im Stadion von Chrystal Palace zum Angriff: Erst überflog sie die Latte bei 4,96 Metern, danach ließ die Russin die historischen fünf Meter auflegen - 20 Jahre und neun Tage, nachdem ihr Vorbild, der Ukrainer Sergej Bubka, in Paris als erster Mann die 6,00-Meter-Marke übertroffen hatte.
"Ich erinnere mich daran, wie wenn es gestern gewesen wäre", meinte Bubka, der mit 6,14 Metern immer noch den unerreichten Freiluft-Weltrekord hält. "Man kann die beiden Barrieren auf alle Fälle vergleichen. Für eine Frau sind fünf Meter eine unglaubliche Leistung." Isinbajewa hat es sich zum Ziel gesetzt, ihr großes Vorbild in einer Hinsicht zu überflügeln: 35 Weltrekorde hatte der Ukrainer in seiner Karriere ersprungen, sein weibliches Pendant hält mittlerweile bei 17, deren zehn unter freiem Himmel.
"Es war mein Traum, als erste Frau über fünf Meter zu springen. Ich kann meine Gefühle gar nicht beschreiben. Ich liebe diese Anlage, dieses Stadion. Die Leute sind genial", erklärte die 1,73 m große Modellathletin, die selbst bei ihrem Sprung in eine Sphäre noch Reserven zeigte: "Ich weiß nicht, wie weit ich noch gehen kann - vielleicht bis 5,05 Meter oder noch höher."
Weidlinger verbesserte ÖLV-Rekord über 5.000 m
Günther Weidlinger hat am Freitag beim Super-Grand- Prix-Meeting in London mit einer starken Leistung aufgewartet. Der Oberösterreicher verbesserte bei seiner WM-Generalprobe den österreichischen Uralt-Rekord über 5.000 Meter. Weidlinger belegte in dem Weltklassefeld in 13:13,44 Minuten den fünften Rang und drückte die ÖLV-Bestmarke von Dietmar Millonig aus dem Jahr 1982 um 1,87 Sekunden.
Powell musste 100-m-Duell gegen Gatlin aufgeben
Währenddessen erfuhren die Hoffnungen von 100-m-Weltrekordler Asafa Powell auf Gold bei den Weltmeisterschaften in Helsinki (6. bis 14. August) in London einen herben Dämpfer. Im Final-Duell der Sprint-Superstars musste der 22-jährige Jamaikaner, der am 14. Juni in Athen 9,77 Sekunden gelaufen war, bereits nach 20 Metern wegen einer Adduktorenverletzung, die ihn bereits zuvor zur Absage einiger Starts veranlasst hatte, aufgeben. Den Sieg sicherte sich der US-amerikanische Olympiasieger Justin Gatlin in 9,89 Sekunden.
(apa/red)
