Wohnung von Verdächtigen durchsucht: Londoner Polizei findet Bombenmaterial!
- Ermittler identifizieren zwei der Rucksackbomber
- Debatte über Zusammenhang von Terror mit Irak
·Von "shoot to stop" zu "shoot to kill"
Britische Polizei nach An- schlägen mit neuer Taktik
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Londonder Polizei sucht diese vier Personen
·London: Polizei lässt zwei Verdächtige frei!
Scotland Yard sagt: Keine
Verbindung zu Attentaten
·Neuer Terroralarm in London: Die Ereignisse
CHRONOLOGIE: Rückblick
auf die neuen Attentate!
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Tage des Schreckens
·INFO-GRAFIK: Neue Anschläge in London
Wo die Sprengsätze am 21. Juli explodierten
·Neue Anschläge auch für London zu viel
Psychologische Wirkung für Menschen verheerend
Bei den Ermittlungen zu den fehlgeschlagenen Anschlägen hat die Polizei in London am Dienstag Chemikalien und Material zum Bombenbau gefunden. Wie die Zeitung "Times" in ihrer Mittwochausgabe (Internet) unter Berufung auf Scotland Yard zudem berichtete, befürchten die Ermittler weiterhin, dass die Terroristen erneut zuschlagen könnten.
Die Polizei stellte außerdem ein Auto sicher, an dem sich Fingerabdrücke eines der Attentäter befinden könnten. Unterdessen beherrschte ein möglicher Zusammenhang zwischen den Londoner Terroranschlägen und dem Irakkrieg die öffentliche Debatte in Großbritannien.
Die beiden mutmaßlichen Terroristen Muktar Said Ibrahim (27) und Yasin Hassan Omar (24), die am Montag von der Londoner Polizei identifiziert worden waren, kamen nach Angaben des Innenministeriums schon 1992 als Kinder afrikanischer Asylbewerber nach Großbritannien. Der 27-Jährige hat seit vergangenem Jahr einen britischen Pass, der andere verfügt über eine unbegrenzte Aufenthaltserlaubnis. Omar stammt nach den Angaben aus Somalia, Ibrahim aus Eritrea. Die Eltern Ibrahims zeigten sich entsetzt darüber, dass ihr Sohn möglicherweise ein Attentäter ist. Sie erklärten am Dienstag in einer Stellungnahme, sie hätten unverzüglich die Polizei verständigt, nachdem sie die Aufnahmen ihres Sohnes gesehen hätten.
In Omars Wohnung in einem Nordlondoner Hochhaus fand die Polizei am Dienstag Chemikalien, "eine große Menge möglichen" Sprengstoffs, wie die BBC unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtete. Ibrahim und Omar sind ebenso wie ihre beiden noch nicht identifizierten Komplizen untergetaucht und könnten sich nach Berichten irgendwo in London verstecken. Sie hatten am vergangenen Donnerstag versucht, Bomben in drei U-Bahnen und einem Bus zu zünden, was aber nicht funktionierte. Eine fünfte Bombe wurde später in einem Londoner Park gefunden.
Blair werde keinen Zentimeter zurückweichen
Premierminister Tony Blair sagte während seiner monatlichen Pressekonferenz, er werde vor den Terroristen keinen Zentimeter zurückweichen: "Der 11. September hat mich wachgerüttelt. Und wissen Sie, was das Problem ist? Ein großer Teil der Welt ist für kurze Zeit wach geworden, aber inzwischen wieder eingeschlafen." Viele hätten immer noch nicht begriffen, dass Al Kaida nicht einfach eine neue Terrorgruppe sei, sondern eine "grenzenlose Bereitschaft zum Töten" mitbringe und auch Massenvernichtungswaffen einsetzen wolle.
Mit den Oppositionsparteien besprach Blair die geplante Verschärfung der Antiterrorgesetze. Der Chef der Liberaldemokraten, Charles Kennedy, mahnte anschließend, "grundlegende bürgerliche Freiheitsrechte" dürften der Terrorbekämpfung nicht geopfert werden. Auch der Chef der Konservativen, Michael Howard, sagte, er habe große Bedenken gegen die Forderung der Polizei, Verdächtige künftig nicht nur 14 Tage, sondern drei Monate lang ohne Anklage festhalten zu dürfen. Weitgehend einig sei er sich dagegen mit der Regierung, dass abgehörte Telefongespräche als Beweismaterial vor Gericht zugelassen werden sollten.
Zwei Drittel der Briten: Irakkrieg hat Terror-Risiko verstärkt
Nach einer Umfrage der "Times" glauben zwei von drei Wählern, dass der Irakkrieg das Terror-Risiko für London verstärkt hat. Blair musste sich bei der Pressekonferenz von einem Journalisten vorhalten lassen, "die Intelligenz des britischen Volkes zu beleidigen", wenn er eine Verbindung weiter bestreite. Das Thema dominierte den Großteil einer 90-minütigen Pressekonferenz Blairs. Der Regierungschef blieb jedoch bei seiner Sicht, dass der Irak nur ein Vorwand für die Terroristen sei.
Blairs Ansehen ist nach der "Times"-Umfrage seit den Terroranschlägen stark gestiegen, auch wenn die Wähler seine Irakpolitik für die Anschläge mitverantwortlich machen. Nach einer anderen Umfrage haben zwei Drittel der britischen Muslime seit den Anschlägen mit dem Gedanken gespielt, Großbritannien zu verlassen.
(apa/red)
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