Sonntag, 24. Juli 2005

Wieder Bomenexplosion in der Türkei: Zwei Verletzte bei Anschlag in Istanbuler Café!

  • Ein niederländischer Tourist unter den Opfern
  • Sprengsatz detonierte per Fern- oder Zeitzündung

Bei einem Bombenanschlag auf ein Restaurant im historischen Teil Istanbuls sind zwei Menschen verletzt worden. Der Sprengsatz war am Samstagabend unter einem der Tische explodiert, wie türkische Medien am Sonntag berichteten. Verletzt wurden ein niederländischer Tourist, der dort mit seiner Frau zu Abend aß, und ein Kellner des Restaurants.

Bei dem Sprengsatz habe es sich um eine Splitterbombe gehandelt, die entweder mit Zeitzünder oder ferngezündet worden sei, berichtete die Zeitung "Hürriyet" unter Berufung auf Ermittlerkreise. Der Polizeipräfekt von Istanbul, Celalettin Cerrah, schloss aus, dass die Explosion durch entwichenes Gas ausgelöst worden sein könnte.

Der Anschlag sei auf ein Café am Fuße der Galata-Brücke verübt worden, das sowohl von Türken als auch von Touristen besucht werde. Die Polizei vermutet kurdische Extremisten hinter dem Anschlag.

Die Galata-Brücke führt über das "Goldene Horn", einen Seitenarm des Bosporus. Das Viertel ist wegen seiner Fisch-Restaurants bei Besuchern beliebt. Mashar Adanas, der 100 Meter von dem Café entfernt an einem Stand Fisch-Sandwiches verkauft, sagte, er habe eine starke Explosion gespürt. Gäste seien "Bombe, Bombe" schreiend aus dem Café gelaufen. Ein weiterer Straßenhändler, Mustafa Bulut, sprach von einer Panik. Polizisten sperrten den Tatort ab; Beamte der Spurensicherung suchten in Trümmern nach Hinweisen.

In der Vergangenheit war die größte türkische Stadt immer wieder Ziel von Anschlägen kurdischer Rebellen, moslemischer Extremisten und linksgerichteter Gruppen. Bei Selbstmordanschlägen im November 2003 auf zwei Synagogen, das britische Konsulat und die Zentrale der Bank HSBC wurden in Istanbul mehr als 60 Menschen getötet. Eine örtliche Al-Kaida-Gruppe hatte sich zu den Attentaten bekannt. (apa/red)

24.7.2005 08:44