Freitag, 22. Juli 2005

Weitere Ortschaften evakuiert: Immer neue Waldbrände in Spanien und Portugal!

  • Feuerwehrleute erschöpft bei 24-Stunden-Einsätzen

Die Waldbrände in Spanien und Portugal flammen an immer neuen Stellen auf. In Caceres im Südwesten Spaniens mussten rund 1.000 Menschen auf der Flucht vor dem Feuer zeitweise ihre Häuser verlassen, teilten die Behörden am Donnerstagabend mit.

In einem Dorf der Provinz Barcelona flohen fast 500 Menschen vor den Flammen. Das verheerende Feuer in Guadalajara in Zentralspanien, bei dem am Sonntag elf Feuerwehrmänner ums Leben kamen, war laut den Behörden dagegen unter Kontrolle.

In Portugal kämpften mehr als 2000 Feuerwehrleute bis zur Erschöpfung gegen die Feuer. Zwei neue große Brände brachen im Zentrum des dürregeplagten Landes aus.

Bei Caceres fraßen sich die Flammen durch 1.000 Hektar Wald- und Buschgebiet und zwangen die rund 1.000 Bewohner des Ortes Navalvillar de Ibor zur Flucht, sagte ein Behördenvertreter. Die Feuerwehr bekämpfe den Brand an fünf Fronten; an drei Stellen seien die Flammen unter Kontrolle.

In der Provinz Barcelona wurde die Ortschaft Castellvi de Rosanes evakuiert. In der Nähe war ein neuer Brand ausgebrochen und zerstörte etwa 50 Hektar Land. Nachdem die Feuerwehr den Brand unter Kontrolle gebracht hatte, konnten die rund 470 Einwohner in ihre Häuser zurückkehren.

Schwere Vorwürfe der Opposition
Nach dem Brand bei Guadalajara mit elf Toten erhob die Opposition schwere Vorwürfe gegen die Regierung in Madrid. Die Koordination mit den lokalen Behörden habe nicht funktioniert. Am Donnerstag trat der Umweltbeauftragte der Region Castilla-La Mancha zurück, wie ein Sprecher der Regionalregierung sagte.

Die Brände vernichteten in Spanien bisher mehr als 12.000 Hektar Wald. Das Land leidet derzeit unter der größten Trockenheit seit 1946. Wegen der jüngsten Brände erwägt die spanische Regierung, das Grillen für die gesamte Sommerzeit grundsätzlich zu verbieten. Bisher obliegen diese Regelungen den einzelnen Regionalverwaltungen und Gemeinden, die von Fall zu Fall entscheiden.

In Portugal kämpften mehr als 2.000 Feuerwehrleute gegen Wald- und Buschbrände. In zentralen Landesteilen mussten fünf weitere Dörfer evakuiert werden, weil sie von Flammen bedroht wurden. Die Lage sei sehr ernst, die Feuer seien noch lange nicht unter Kontrolle, sagte der Bürgermeister der Stadt Seia im Fernsehen.

24-Stunden-Einsätze für die Feuerwehrleute
Die Feuerwehrleute seien teilweise schon 24 Stunden im Einsatz und erschöpft: "Sie sind am Ende ihrer Kräfte". Allein bei Seia waren rund 300 Mann im Einsatz. Etwa 200 Einwohner aus Nachbarorten verbrachten seit Mittwoch die Nächte in Notunterkünften. Telefon- und Stromleitungen wurden Opfer der Flammen

Wie das Nachbarland Spanien leidet auch Portugal derzeit unter der schwersten Dürre seit den 1940er Jahren. In diesem Jahr zerstörten Waldbrände laut Forstministerium bereits über 38.000 Hektar Busch- und Waldgebiet; sechs Feuerwehrleute kamen bei Löscharbeiten ums Leben. In den vergangenen fünf Jahren wurden durchschnittlich knapp 20.000 Hektar Busch und Wald durch Brände vernichtet.

(apa)

22.7.2005 14:31