Trotz "irregeführter" Muslime: Keine
Gefahr für Radikalisierung in Österreich
- Chef der Glaubensgemeinschaft glaubt nicht daran
- Schakfeh: Extremisten sind klar in der Minderheit
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Anas Schakfeh, Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, sieht keine Gefahr einer Radikalisierung seiner Glaubensbrüder. Der Großteil der 350.000 Muslime in Österreich sei auf der Linie der Glaubensgemeinschaft, das bedeute ein Anerkennen des Staates und Rechtsstaates. Anders Denkende seien klar in der Minderheit. Schakfeh sprach von "einem Dutzend irregeführter Menschen".
Terroranschläge seien "nicht gerechtfertigt" und könnten "auf keinen Fall aus islamischer Sicht gerechtfertigt oder erklärt werden", betonte Schakfeh. Die Attentäter würden nicht nur das jeweilige Land treffen: "Sie schaden uns Muslimen, und zwar weltweit."
Unterstützung für derartige Aktionen in Österreich gebe es nicht. Dies habe mit der besonderen Situation zu tun, die mit keinem anderen europäischen Land vergleichbar sei. Die staatliche Anerkennung der Religionsgemeinschaft und die gute, teilweise freundschaftliche Zusammenarbeit mit der Politik, der Zivilgesellschaft und den Behörden hätten dazu beigetragen, dass die Muslime in Österreich ihre Religion wirklich frei ausüben können.
Als Bürger des Landes seien die Muslime zudem wie alle anderen an der inneren Sicherheit interessiert und hätten keine Veranlassung, etwas gegen die Gesellschaft zu unternehmen. Für Kriminelle, die es wie in anderen Bevölkerungsgruppen auch unter den Moslems gebe, seien Exekutive und Gerichte zuständig, so Schakfeh. Für die Muslime gelte: "Wir müssen normal leben, wie man in einem demokratischen Rechtsstaat lebt."
Der Vorsitzende der Glaubensgemeinschaft glaubt auch nicht, dass in Österreich - anders als zuletzt in Großbritannien - scheinbar integrierte Menschen zu radikalen Attentätern werden könnten. "Der Unterschied ist groß", betont er. Neben der Lebenssituation sei dies auch eine Frage der Herkunftsländer: Die österreichischen Muslime stammten rund zur Hälfte aus der Türkei, in Großbritannien hätten viele ihre Wurzeln in Pakistan oder Afghanistan. (apa)
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