Freitag, 22. Juli 2005

Steiermark-Wahl: BZÖ-Chef Gerald Grosz legt Kandidatur des Bündnis im August fest

  • "Bewegung wird unter ihrem Wert geschlagen"

"Das Ziel ist die Kandidatur für den Landtag, und das werden wir ungefähr Mitte August bekannt geben, aus einem Guss und nicht stückchenweise, inklusive Kandidatenliste", so der BZÖ-Obmann Gerald Grosz im APA-Interview. Dass die - zumeist von der ÖVP in Auftrag gegebenen - Umfragen dem BZÖ keinen Landtagseinzug vorhersagen, ficht den Pressesprecher von Sozial-Staatssekretär Sigisbert Dolinschek nicht an: "Umfragen sind Opium für Parteifunktionäre." Er glaube, dass seine "Bewegung eine große Chance hat, auch wenn wir in den Umfragen unter dem Wert geschlagen werden".

Warum das Antreten dann nicht sicher sei, will Grosz nicht direkt beantworten: Es laufe gut in den Bezirken mit den Strukturgründungen, man habe steiermarkweit 600 Mitglieder und 200 Interessierte, letztere würden ständig mit Infos über Mailings versorgt. In der Gesamtzahl der der Partei nahe stehenden Steirer mit rund 800 ist das BZÖ aber seit dem Gründungskonvent in Hartberg Anfang Juni noch nicht vom Fleck gekommen. "Personell sind wir noch für weitere Überraschungen gut", spielte Grosz auf das kürzliche Überwechseln des früheren FPÖ-Abgeordneten Anton Knerzl - starker Bürgermeister der obersteirischen Kindergeld-Testgemeinde Öblarn - zum BZÖ an.

Er sei gewählt, um Vorbereitungen für die Wahl zu treffen, diese liefen auf Hochtouren, Mitte August werde man alles bekannt geben. Dass es finanziell nicht zum Besten stehe, räumte Grosz ein: "Manche geben mehr als die 35 Euro Bündnisbeitrag, einige wie er buttern bei den Vorbereitungen aus eigener Tasche zu. "Wir machen ja keinen typischen Wahlkampf, sondern kommen unserer Aufgabe nach - dort zu sein, wo Menschen feiern und Menschen Sorgen haben", so Grosz. Vor anderen Parteien habe er keine Berührungsängste, auch nicht mit der FPÖ.

Dünnes Programm: "Wirkliche Steuerreform zur Entlastung"
In den politischen Vorhaben unterscheidet sich Grosz mit seinen Vorstellungen nur in den Details von den anderen Parteien: Die Klein- und Mittelbetriebe sollen gestärkt werden, wie genau außer "mit einer wirklichen Steuerreform zur Entlastung", wird vorerst allerdings verraten. Er sei auch für die wirklich wichtigen Dinge für den Wirtschaftsstandort Steiermark, so Grosz. Dazu gehöre die 380-kV-Leitung durch die Oststeiermark. Diese müsse allerdings unterirdisch in einer Trassenführung verlegt werden, denn man dürfe nicht ständig in die Lebensräume der Bürger eingreifen: "Wir haben den Ansatz zu den Menschen". Die Wirtschaft müsse professionell unterstützt, nicht professionell behindert werden, so der 28-jährige gebürtige Grazer.

Verkehrspolitik müsse wie bei der Koralmbahn gemacht werden: "Im Raum Deutschlandsberg haben alle parteienübergreifend bei den Verfahren im Vorfeld zusammen gearbeitet - so sieht ein gutes Projekt aus." Die weiteren Projekte des BZÖ: die Abschaffung des Proporzes, begleitet von einem Gesamtpaket zur Reduktion von Landtagen und Bundesrat: "Im steirischen Landtag sind 28 statt 56 Abgeordnete völlig ausreichend." Auf der sozialen Seite sollten Maßnahmen wie etwa die Bündelung und bessere Organisation von Heizkostenzuschüssen stehen.

(apa)

22.7.2005 11:13