Freitag, 22. Juli 2005

Wieder großer Drogenfund in Österreich: 68 Kilogramm Heroin in Wels sichergestellt!

  • Drogen hatten Verkaufswert von 40 Millionen Euro
  • PLUS: Drogenschmuggler in Wien ins Netz gegangen

Den heimischen Drogenfahndern ist ei ner der größten Drogenfunde geglückt. Am Mittwoch gegen 5.00 Uhr entdeckten die Fahnder 68 Kilogramm Heroin bei einer Lkw-Kontrolle auf dem Welser Bahn-Terminal, wie die Polizei mitteilte.

Den Wert der sichergestellten Drogen bezifferte Erich Zwettler vom Bundeskriminalamt mit rund 40 Millionen Euro. "Damit handelt es sich um den drittgrößten Heroinfund und den insgesamt fünftgrößten Drogenfund, der uns je gelungen ist", sagte Zwettler. Der bisher dickste Fisch ging den Fahndern im März 2004 in Niederösterreich mit 113 Kilogramm ins Netz, in Wels wurden erst vor wenigen Wochen 97 Kilogramm Heroin entdeckt.

Die Kontrolle wurde im Rahmen einer gemeinsamen Aktion von Kriminalpolizei, dem Zoll in Oberösterreich und der Stadtpolizei Wels durchgeführt. Dabei fiel der Lkw eines 49-jährigen türkischen Staatsbürgers in der Röntgenstraße auf. Der Lkw hatte Küchengeschirr geladen, das nach Köln (Deutschland) gebracht werden sollte. "Irgendetwas ist unseren Beamten aber komisch vorgekommen", berichtete Rudolf Keplinger, Leiter des Landeskriminalamts Oberösterreich. "Außerdem wirkte der Fahrer extrem nervös", fügte er hinzu.

Stoff im Fahrerhaus versteckt
Der Lkw sei daraufhin nach Suben gebracht worden, wo die Intensivkontrolle 65 Päckchen Heroin zu Tage förderte. Der "Stoff" war im Fahrerhaus zwischen den Blechen und in verklebten Öffnungen versteckt. Der 38-Tonnen-Lkw war über Bulgarien, Rumänien und Ungarn und dann über die "rollende Landstraße" der Bahn nach Wels gekommen. Der 49-Jährige Türke, der bisher "noch nicht auffällig" geworden sei, werde derzeit noch verhört, über die Hintermänner könne man derzeit deshalb noch nichts sagen, so Keplinger.

Rund 300.000 Lkw-Züge werden laut Gerhard Steiger von der Welser Kriminalpolizei jährlich an diesem Terminal abgefertigt. Man könne aber nicht jeden Lkw kontrollieren. "Die Unwahrscheinlichkeit, erwischt zu werden, verleitet die Leute dazu, es hier zu versuchen", sagte Steiger. Zur Dunkelziffer jener, die unbeschadet mit diverser Schmuggelware, Drogen oder Prostitutierten durchkämen, gebe es "keine seriösen Schätzungen", sagte Zwettler.

In Österreich habe man aber eine Risikoanalyse entwickelt, in der man mit "sehr viel Intelligenz" die Frachtpapiere und den Lenker prüfe und immer wieder die Frage stelle 'Ist das alles plausibel?' und damit Erfolge wie jenen am Mittwoch bewerkstellige. Zwettler: "Durch diesen Aufgriff haben wir heuer bereits eine Vierteltonne Heroin gefunden." (apa/red)

22.7.2005 10:05