Donnerstag, 21. Juli 2005

Lästige Plage: Experte prognostiziert für Wochenende 2. Gelsen-Invasion des Jahres

  • Erste Überschwemmungs-Profiteure schlüpfen
  • Repellents verleiden Blutsaugern den Appetit

Wie schon Anfang bis Mitte Juni droht durch heftige Regenfälle und Überschwemmungen in den vergangenen Wochen eine Invasion von Stechmücken in Österreich. Laut Gelsen-Experten Bernhard Seidel dürften die ersten Hochwasser-Profiteure bereits am kommenden Wochenende schlüpfen und ihr - aus menschlicher Sicht - summendes Unwesen beginnen.

Nach den mehrfachen, heftigen Regenperioden habe es heuer auch in Siedlungsgebieten Gelsen-Invasionen gegeben, die normalerweise verschont bleiben. Nach einer kurzen Atempause dürfte es nun wieder losgehen. In den klassischen Überschwemmungsgebieten entlang Salzach, Inn, Donau, Kamp und March befinden sich Myriaden von Gelsenlarven kurz vor der Verpuppung, berichtete Seidel gegenüber der APA von seinen Streifzügen. Dabei wurden teilweise auch Bereiche geflutet, in denen noch Gelseneier von der Hochwasserkatastrophe 2002 auf ihre Chance lauerten.

Seidel empfiehlt oft betroffenen Gemeinden zu rechtzeitigen Maßnahmen. Solange die Larven im Wasser sind, lässt sich die Plage noch aufhalten. Der Forscher hat dazu entsprechende Bekämpfungs- Möglichkeiten ausgearbeitet.

Gelsen brauchen für die Aufzucht ihrer Brut kleine, am besten fischfreie Gewässer. Ein kleiner Au-Tümpel als Überrest einer vergangenen Überschwemmung reicht aus. Aus den Eiern, die möglicherweise seit Jahren in der Erde ruhen, schlüpfen rasch die Larven. Diese wachsen, verpuppen sich und schließlich schlüpft der summende Flieger. Bei sehr hohen Temperaturen reichen für die ganze Entwicklung vom Ei bis zum fertigen Insekt rund eine Woche bis zehn Tage.

Ist das Malheur einmal passiert und sind die lästigen Summer unterwegs, bieten sich immer noch zahlreiche Möglichkeiten der Abwehr an. Beliebt sind so genannte Repellents, die, auf die Haut geschmiert, den Blutsaugern den Appetit verleiden sollen. Weniger wirksam als die käuflichen Produkte sind laut Vergleichsstudien diverse Hausmittel wie Knoblauch oder ätherische Öle. Auch akustischen Geräten, welche die Gelsen mittels hochfrequenten Tönen vertreiben sollen, stellen Experten kein gutes Zeugnis aus. Wer auf Chemie verzichten möchte, versteckt sich am besten immer noch hinter Fliegengittern.(apa/red)

21.7.2005 11:49