Mittwoch, 20. Juli 2005

Immer mehr Frauen arbeiten nur Teilzeit: 600.000 Österreicherinnen sind betroffen

  • Jobs schlecht bezahlt - Keine Aufstiegschancen
  • Chancen auf Vollzeitarbeitsplatz immer geringer

Die Chance für Frauen auf einen Vollzeitarbeitsplatz in Österreich werden immer geringer, der Beschäftigungszuwachs entfalle fast zu 100 Prozent auf Teilzeit, betonte Arbeiterkammer- Präsident Tumpel am Mittwoch. Im 4. Quartal 2004 waren in Österreich inklusive geringfügig Beschäftigter rund 600.000 Frauen Teilzeit beschäftigt. Dieser Trend werde sich weiter verschärfen.

Teilzeitjobs seien unsicher und schlecht bezahlt, und die Aufstiegschancen liegen nahezu bei Null, geht aus einer aktuellen AK- Untersuchung hervor. Die angespannte Lage am Arbeitsplatz und die Tendenz immer mehr Billigjobs statt qualitative Arbeitsplätze zu schaffen, strafe vor allem Frauen mit Kindern. So betrage die Teilzeitquote bei Frauen 37 Prozent gegenüber der der Männer mit nur 4 Prozent.

Weibliche Teilzeitarbeit ist nicht nur einfach kürzere Arbeitszeit, sondern sie ist vor allem schlecht qualifiziert. So arbeitet jede dritte Teilzeit beschäftigte Frau als Hilfsarbeiterin oder in einfacher Tätigkeit, bei den Vollzeitbeschäftigten ist es nur jede fünfte. Nur jede zehnte Teilzeit beschäftigte Frau ist in einer Führungsposition, bei den Vollzeitbeschäftigten ist es jede vierte Frau.

Teilzeitarbeit ist auch deutlich unsicherer als ein Vollzeitjob. 17 Prozent der Teilzeit-Dienstverhältnisse dauern kürzer als ein Jahr gegenüber 12 Prozent bei Vollzeitjobs. Deutlich negativ wirke sich Teilzeit auch auf das Einkommen aus. Während ein Vollzeitbeschäftigter pro Stunde im Schnitt 11 Euro verdient, beträgt der Stundenlohn einer Teilzeitbeschäftigten im Schnitt nur 8 Euro.

Teilzeit sei für Unternehmen oft eine Stategie zur Senkung der Arbeitskosten, kritisiert Tumpel. Bei Teilzeit sind anders als bei Vollzeit für Mehrleistungen keine Zuschläge zu bezahlen. Die AK fordert daher, dass für Mehrarbeit von Teilzeitbeschäftigten verpflichtende Zuschläge eingeführt werden sollen.

(apa)

20.7.2005 17:11