Mittwoch, 20. Juli 2005

Mittagsschläfchen am Arbeitsplatz: Nach China wird erstes Austro-Projekt gestartet

  • Studie: Steigert Nickerchen die Produktivität?
  • Getestet wird eine Steiermärkische Sparkasse

Egal, ob alt oder jung, männlich oder weiblich, Schwerstarbeiter oder Büroangestellte - viele überfällt spätestens nach dem Mittagessen eine Müdigkeit, die die Leistungsfähigkeit sinken lässt. Der Grazer Schlafforscher Manfred Walzl will nun in einer Studie untersuchen, inwieweit ein Nickerchen in der Mittagspause die Produktivität am Nachmittag verbessern kann.

Von den exakt 8.760 Stunden im Jahr verbringt der Mensch rund ein Drittel im Bett. Immerhin aber schon um rund zwei Stunden weniger als noch zur Wende des 19. zum 20. Jahrhundert, schilderte der Grazer Neurologe und Schlafmediziner Manfred Walzl am Mittwoch. Zudem klage jeder dritte Österreicher über Schlafstörungen: "Arbeitsplatzmüdigkeit und erhöhte Fehlerquoten sind die Folge", so Walzl. Für ihn steht fest: "Es ist ein Fehler zu glauben, dass man Müdigkeit mit etwas anderem als Schlaf bekämpfen kann".

Kaum etwas ist im Arbeitsleben allerdings verpönter als ein Nickerchen zur Mittagszeit. Allerdings hätten mehrere Studien bereits gezeigt, dass die Leistungsfähigkeit bei Menschen, die zu Mittag 20 Minuten schlafen, am Nachmittag stark ansteige, so Walzl. In einer eigenen Studie gemeinsam mit 20 Mitarbeitern der Steiermärkischen Sparkasse will er nun die bisherige Studienergebnisse überprüfen. "Ich denke, wenn wir nach der Studie die geballten Fakten auf dem Tisch liegen, werden wir in den Betrieben offene Türen vorfinden", zeigte sich Walzl schon im Vorhinein überzeugt.

In "zwei bis drei Monaten" will Walzl die Tests mit den Mitarbeitern der Steiermärkischen Sparkasse abgeschlossen haben. In diesem Unternehmen stehen den Mitarbeitern seit Oktober 2003 u.a. drei entsprechende Entspannungsräume am Grazer Jakominiplatz sowie geführte Entspannungstrainings zur Verfügung.
(apa/red)

20.7.2005 14:19