Mittwoch, 20. Juli 2005

Österreich "Schleppenträger" der US-Außenpolitik: Haider kritisiert Plassnik scharf

  • LH fürchtet Übergreifen von Terror auf Österreich
  • BZÖ-Chef will Hasspredigern die Einreise erschweren

Im Zusammenhang mit dem Irak-Krieg und den jüngsten Terroranschlägen in London übt BZÖ-Obmann Jörg Haider heftige Kritik an der österreichischen Außenpolitik und damit indirekt an Außenministerin Ursula Plassnik (V). Österreich agiere zu Amerika-lastig und begebe sich deshalb ebenfalls in Terror-Gefahr, so der Kärntner Landeshauptmann in einem APA-Interview.

"Dass wir heute mit dem Terrorismus konfrontiert sind, verdanken wir in erster Linie den Amerikanern, die im Irak einen Krieg vom Zaun gebrochen haben, der die ganze Welt in den Terror hinein gezogen hat. Damit hat man die arabische Welt, die islamische Welt beleidigt", so Haider. "Österreich wäre gut beraten, sich an die Tradition einer pro-arabischen Politik zu erinnern und weniger, dass sich die österreichische Außenpolitik als Ministrant für das amerikanische Hochamt versteht."

Ob dies seiner Meinung nach derzeit der Fall sei? Haider: "Meines Erachtens hat die österreichische Außenpolitik keine Konturen und kein Konzept. Sie ist ein Schleppenträger der amerikanischen Außenpolitik und lässt jede europäische Eigenständigkeit vermissen. Damit wächst natürlich die Gefahr, dass wir genauso gesehen werden wie die Amerikaner, die Engländer oder die Italiener, die mit ihrer Unterwürfigkeit gegenüber der amerikanischen Politik ein ganzes Land gefährden." Solange Europa nicht in der Lage sei, seine Mitgliedstaaten zum Rückzug aus dem "Unrechtskrieg" im Irak zu bewegen, werde die Gefahr des Terrorismus für Europa bleiben. "Und da werden kleine Staaten wie Österreich genauso hineingezogen."

So genannten Hasspredigern sollte laut Haider die Einreise nach Österreich erschwert werden. "Wenn man scharf gegen die Einreise solcher Elemente vorgeht, sichert man ja die jeweilige islamische Gemeinde in Österreich ab. Da sind ja 99,9 Prozent völlig harmlose friedliche Menschen." Kritik übt Haider in diesem Zusammenhang an jenen, "die jetzt über islamischen Fundamentalismus und Terrorismus jammern". Das seien die gleichen, "die uns jahrelang eingeredet haben, dass das alles im Sinne der multikulturellen Gesellschaft notwendig ist".
(apa)

20.7.2005 10:58