Geld & Studienplätze werden knapp: Auch Innsbrucker Medizin-Uni ist bereits voll!
- Tirol: Schon vier Mal so viele Anwärter wie Plätze
- PLUS: Gehrer gibt Unis erst 2007 fehlende Millionen
·Uni-Budget: Gehrer sieht kein Problem
Fehlende 170 Mio. Euro erst ab 2007 schlagend
·Uni-Zugang: Hintertür
für Beschränkungen
VP fordert EU-Spielregeln für Auslandsstudenten
·Medizin-Uni ist fürs nächste Semester voll!
1.560 Plätze vergeben. Plus: Unis fehlen 170 Mio.
·"Numerus clausus light" in Graz & Tirol?
100 Deutsche an Medizin- Uni Wien inskribiert!
·Uni-Zugang: Pläne der Universitäten
Von Aufnahmsprüfungen zu First Come, first serve
·Uni-Zugang: Neue Regelung im Wortlaut
Änderungen betreffen das Universitätsgesetz
·Langer "Leidensweg" unserer Studenten
Beihilfenkürzung, Gebühr und Aufnahmehürden
·Hintergrund-Info: Uni-Zugang in Europa
Fast in allen Ländern Beschränkungen
An den Universitäten werden das Geld und die Medizin-Studienplätze knapp. Rektoren und Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) gehen ab 2007 von einem Mehrbedarf von jährlich 170 Mio. Euro aus, die Rektoren orten sogar schon für heuer und 2006 einen Finanzbedarf von rund 100 Mio. zusätzlich. Unterdessen gibt es an der Medizin-Universität Innsbruck rund fünf Tage vor Ende der Anmeldefrist schon fast vier Mal so viele Bewerber wie Anfänger-Studienplätze.
Nach Angaben der Medizin-Uni Innsbruck hat es mittlerweile "keinen Sinn" mehr, sich noch um einen Studienplatz zu bewerben. Rund 2.000 Bewerbungen sind für die etwa 550 Studienplätze bereits eingegangen, ungefähr 60 Prozent davon aus Deutschland. Maßgeblich für die Aufnahme ist in erster Linie das Datum des Poststempels der eingelangten Bewerbung. Bei mehreren eingelangten Briefen mit gleichem Stempel werden Zusatzkriterien wie Motivation, schulische Leistungen oder bisheriges Engagement im medizinischen, sozialen oder naturwissenschaftlichen Bereich herangezogen.
Nach dem Abbruch der Zulassung an der Medizin-Uni Wien am Montag muss die Karawane der Studienplatz-Werber in der Medizin nun nach Graz weiterziehen. Dort gilt - anders als in Wien und zum Großteil in Innsbruck - nicht das "First come, first serve"-Prinzip, nach dem die Studienplätze nach der Reihenfolge der Anmeldung vergeben wird. In Graz soll die Auswahl erst nach einem Semester mittels Eignungstest, Kenntnistest und Prüfungsleistungen erfolgen.
In unterschiedlicher Ausformung verlangen Rektoren und Gehrer ab 2007 170 Mio. Euro mehr für die Unis. Bei diesen "Pflichtausgaben" handle es sich um Kosten, bei denen man bei der Ausgliederung noch nicht gewusst habe, dass sie anfallen würden, so Gehrer. Als Beispiele nannte sie Grundsteuer oder die U-Bahn-Steuer in Wien. Außerdem wolle die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) die Mieten und die Betriebskosten erhöhen, dazu kommen noch die Einrichtung von Pensionskassen sowie Beiträge zum Insolvenzfonds. Für 2005 und 2006 sei dagegen ein mit den Rektoren ausgehandeltes Globalbudget im Gesetz festgeschrieben. Auch Mieten, Personalkosten, Sozialabgaben und Gehaltserhöhungen würden "selbstverständlich" abgedeckt.
Die Rektoren orten dagegen schon für die Jahre 2004 bis 2006 einen Mehrbedarf an "Pflichtausgaben" von jeweils mehr als 100 Millionen Euro jährlich. Da die Budgets für 2005/06 aber bereits im Nationalrat beschlossen worden seien, hätten die Unis bisher versucht, diese Fehlbeträge durch eine restriktive Sparpolitik "abzufangen". Ab 2007 würden daher 170 Mio. Euro nötig sein. (apa/red)
