Firmen steuerschonend geprüft: Anklage in Innsbrucker "Finanzamtsaffäre" fertig
- Staatsanwaltschaft spricht von "mafiösen Netzwerk"
- 31 Tiroler werden bei Prozess auf Anklagebank sitzen
Die 260 Seiten umfassende Anklageschrift im so genannten Innsbrucker Finanzamtskandal ist fertig und soll dieser Tage 31 Tirolern zugestellt werden. Die Staatsanwalt sieht "mafia-ähnliche Strukturen".
Den Monsterprozess sollen zehn Finanzbeamte der Betriebsprüfungsabteilung, ein Prokurist einer Steuerberatungskanzlei und 20 zum Teil namhafte Unternehmer von der Anklagebank aus verfolgen.
Die Anklage spreche von einem "mafiösen Netzwerk", so die "Kronenzeitung", an dessen Spitze "der Prokurist und der Abteilungsleiter" gestanden seien. "Letzterer war notorischer Spieler", zitiert der "Kurier" die Anklageschrift. Zwischen 1993 und 2002 sollen die Beschuldigten mindestens 20 Millionen Euro an Steuern hinterzogen haben.
Die "Finanzamtsaffäre" war Mitte Juni 2002 ans Licht der Öffentlichkeit gelangt und hatte österreichweit für großes Aufsehen gesorgt.(apa/red)
