Dienstag, 19. Juli 2005

Wenn zu viele Deutsche kommen: Experte sieht "Hintertürl" für Uni-Beschränkungen

  • VP fordert von EU Spielregeln für Auslandsstudenten
  • PLUS: Medizin-Uni ist für das nächste Semester voll!

Der Innsbrucker Europarechtler Walter Obwexer sieht eine Möglichkeit für Österreichs Universitäten, doch wieder spezielle Beschränkungen für deutsche Studierende einzuführen. ÖVP-Klubchef Wilhelm Molterer fordert unterdessen von der EU Spielregeln für Auslandsstudenten. "Mittelfristig kann es nicht sein, dass ein Land seine Ausbildungskosten in einen Nachbarstaat, der zufällig die gleiche Sprache hat, exportiert", so Molterer.

Der Europarechtler Obwexer sprach am Dienstag im Ö1-"Morgenjournal" von einem möglichen "Hintertürl" für neuerliche Beschränkungen, das der EuGH offen gelassen habe. Dies wäre dann der Fall, wenn die Einheitlichkeit des Bildungssystems gefährdet wäre. Und genau diese Gefährdung ließe sich argumentieren, wenn etwa 40 oder 50 Prozent der Medizinstudenten aus dem Ausland kämen. Ein derart hoher Anteil von deutschen Studierenden ginge auch über die von der EU geforderte finanzielle Solidarität hinaus.

Molterer fordert Spielregeln für Auslandsstudierende
Die Vorgangsweise der Regierung nach dem Urteil des europäischen Gerichtshofs (EuGH) über den Hochschulzugang in Österreich verteidigte Molterer: "Wir haben das gemacht, was auf Basis der Vorschläge der Rektorenkonferenz notwendig war." Die EU werde sich aber mit der Frage von Spielregeln für Auslandsstudierende befassen müssen: "Theoretisch könnte etwa Deutschland den Numerus Clausus so hoch schrauben, dass kaum jemand mehr Medizin studiert. Die kommen alle nach Österreich, werden perfekt ausgebildet und gehen wieder zurück. Das ist undenkbar."
(apa/red)

19.7.2005 09:26