Prozess in Istanbul: Streit um Sorgerecht für siebenjährige Yasemin ohne Urteil
- Am Dienstag wurden drei Zeugen einvernommen
- Nächste Verhandlung erst wieder am 29. September

Zu vorerst keinem Urteil ist es in dem Sorgerechtsprozess um die siebenjährige Yasemin aus Osttirol am Dienstag in Istanbul gekommen. Mehrere Zeugen wurden einvernommen. Die nächste Verhandlung soll am 29. September stattfinden.
Als Zeuge für Yasemins Mutter, Franziska Kobal, sagte ein Bekannter ihrer Schwester aus. Er sei immer wieder Zeuge von Telefongesprächen zwischen der Schwester und Franziska Kobal gewesen, als Kobal noch in der Türkei lebte. Aus den Telefonaten sei herauszuhören gewesen, dass die Ehe zwischen Franziska und ihrem Mann Bayram Kobal zerrüttet und Franziska Kobal unglücklich gewesen sei.
Eine Nachbarin von Yasemins Vater in Istanbul berichtete, Yasemin sei ein aufgewecktes Kind. Sie werde von ihrem Vater Bayram Kobal und dessen älterer Schwester Zehra liebevoll umsorgt.
Als dritter Zeuge sagte ein Redakteur der Tageszeitung "Die Neue" aus. Er war vom Gericht geladen worden, da er im Zuge seiner Recherchen "wohl das vollständigste Bild der Sachlage" erhalten konnte. Der Richter wollte von ihm, dass er die nunmehrige Lebenssituation von Franziska und Bayram Kobal schildere. Der Redakteur sagte aus, dass er mehrmals allein mit Yasemin gesprochen habe. Sie habe ihm versichert, in der Türkei glücklich zu sein und da bleiben zu wollen.
Für den 26. Juli wurde ein Termin vereinbart, an dem sich das Gericht ein Video ansehen soll. Der Anwalt der Mutter, Yilmaz Basar, hatte es bei der ersten Verhandlung abgegeben. Es soll sich dabei um Aufnahmen von Franziska Kobal und ihrem zweieinhalbjährigen Sohn Dominic in Lienz in Osttirol handeln.
Nach dem Prozess zeigten sich die Anwälte der beiden Parteien Yilmaz Basar und Fikret Özgül mit dem Prozessverlauf zufrieden. "Diesmal war keinerlei Entscheidung zu erwarten", sagte Özgül. "Die Zeugen sollten zu Wort kommen und den Fall aus ihrer Sicht schildern, mehr nicht." Auch Franziska und Bayram Kobal konnten nicht mehr zum Prozess sagen, als dass sie froh seien, dass er "Schritt für Schritt vorangehe".
(apa/red)
