Montag, 18. Juli 2005

Heftige Unwetter in Österreich: Schwere Schäden in Niederösterreich und Steiermark

  • Hühnerei große Hagelkörner in Graz-Umgebung
  • Melk: Bäume umgestürzt, Muren, Keller überflutet

Schwere Unwetter haben in der Nacht auf Dienstag für teils erhebliche Schäden in Österreich gesorgt. Hauptbetroffen waren die Steiermark und Niederösterreich. Zum Teil hagelte es Hühnerei-große Schlossen. Der Hochsommer ist unterdessen weiter nicht in Sicht.

In der Steiermark wütete ein heftiges Unwetter über dem nördlichen Teil des steirisches Bezirks Graz-Umgebung und richtete schwere Schäden an. Betroffen waren die Gebiete um Frohnleiten, Kleinstübing und Semriach. Die Feuerwehren dieser Gebiete standen im Großeinsatz, "teilweise war die Landschaft weiß wie im Winter vor lauter Hagel", so ein Feuerwehrmann.

Blitzeinschlag in Kraftwerk Rabenstein
Den ersten Einsatz der Freiwilligen Feuerwehren verursachte ein Blitzschlag am Montag um 16.53 Uhr in Frohnleiten im Kraftwerk Rabenstein aus. Die Überspannung löste die Brandmeldeanlage aus. Kaum war die Feuerwehr Frohnleiten wieder ins Rüsthaus eingerückt, verwüstete ein Gewitterregen gefolgt von einem Hagelschlag - "mit Körnern groß wie Hühnereier", so ein Augenzeuge - Bäume und Gärten und beschädigte Dächer und Autos. Die Hagelfront, die eine Breite von 500 Metern hatte, zog anschließend über den Schartnerkogel nach Kleinstübung und drehte über Semriach nach Osten in den Bezirk Weiz ab. Die Einsätze der Feuerwehren waren erst gegen 1.00 Uhr beendet.

100 Feuerwehreinsätze in Tulln
Heftige Windböen und regionale Gewitter mit Starkregen hielten in der Nacht Feuerwehren in Niederösterreich in Trab. Laut dem Landeskommando in Tulln wurden mehr als 100 Einsätze verzeichnet. Betroffen waren besonders der nördliche Teil des Bezirkes Melk, der Raum Zwettl sowie die Bezirke Horn und Hollabrunn.

30 Bäume in Melk umgestürzt
Im Bezirk Melk mussten etwa 30 Bäume entfernt werden. Drei waren auf Autos gestürzt, so die Feuerwehr. Weiters wurde ein Dach abgedeckt, mehrere Keller mussten ausgepumpt werden. Die Donauuferbahn war durch eine Mure unterbrochen, mehrere Straßen waren kurzzeitig gesperrt. 350 Mitglieder von 23 Feuerwehren standen bis gegen 3.00 Uhr im Einsatz.

Das Bergen umgestürzter Bäume zählte auch in anderen Unwetter-Regionen Niederösterreichs zu den Hauptaufgaben, so etwa beim Campingplatz Dobra, wo die Zufahrt blockiert war, und im Raum Gars am Kamp. 30 Feuerwehren mit 300 Helfern rückten aus, um u.a. auch Sicherungsarbeiten auf dem Areal der NÖ Landesausstellung am Heldenberg und bei einem Großmarkt in Ziersdorf durchzuführen.

Melk: Straßen unpassierbar
Im Bezirk Melk lag ein Schwerpunkt der Unwetter-Einsätze im Raum Persenbeug. So war etwa die L7275 nahe der B3 durch umgestürzte Bäume gänzlich unpassierbar. Im Hafenbereich Isperdorf wurden Motorboote beschädigt. Die FF Weins und Persenbeug mussten sich in den Nachtstunden auf Sicherungsarbeiten beschränken. Die Aufräumtätigkeiten begannen erst am Dienstag in den Morgenstunden. Im Bezirk Krems machten zahlreiche entwurzelte Bäume mehrere Landesstraßen unpassierbar. Schwere Gewitter mit heftigen Niederschlägen waren etwa im Gemeindegebiet von Gföhl niedergegangen.

Heftige Unwetter auch in Vorarlberg
Vorarlberg war bereits am Montagnachmittag von heftigen Unwettern betroffen. Regen und Windböen hatten nach Angaben von Günther Watzenegger, dem Geschäftsführer des Landesfeuerwehrverbands, innerhalb von 20 Minuten zu Feuerwehr-Einsätzen in mehreren Gemeinden im unteren Rheintal geführt. Zu den am stärksten betroffenen Gemeinden gehörten Lustenau und Altach im Bezirk Feldkirch.

Aus den anderen Bundesländern wurden kaum Schäden gemeldet. Für die nächsten Tage ist laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik kaum damit zu rechnen, dass der Hochsommer Einzug hält. Unbeständiges Wetter mit weiteren Regenschauern und Gewittern ist angesagt. (apa/red)

18.7.2005 20:49