Zustimmung zu EU-Beitritt der Türkei sinkt: Nur mehr 10 % der Österreicher sind dafür!
- Unser Land bei diesem Thema europaweit Schlusslicht
- Heimische Meinung über EU allgemein verschlechtert
·Österreich: Meinung von EU verschlechtert
Lediglich für 37 % ist die Union eine "gute Sache"
·EU-Gesetze häufig falsch angewendet
Rechtsratifizierung: Österreich Durchschnitt
·EU: Außenminister- Gipfel ohne Fortschritt
Türkei-Mandat ungeklärt, kein Termin für Kroatien
Die Zustimmung zum EU-Beitritt der Türkei ist in Österreich seit Herbst um 17 Prozentpunkte auf nur 10 Prozent gesunken. Österreich ist mit dieser Ablehnung europaweites Schlusslicht in Bezug auf die Türkei. Das geht aus der europaweiten Eurobarometer-Umfrage hervor, deren Ergebnisse am Montag veröffentlicht wurden. In den EU-25 liegt die Zustimmung zum Türkei-Beitritt im Durchschnitt bei nur 35 Prozent - am stärksten ist noch die Unterstützung in Schweden mit 50 Prozent.
Gleichzeitig ist in Österreich die Zustimmung zur Erweiterung um 3 Prozentpunkte auf weiterhin niedrige 31 Prozent gestiegen. Allerdings sind die Österreicher mit ihrer starken Ablehnung gegenüber einer weiteren Erweiterung der Union auch bei dieser Frage Schlusslicht in Europa. In Slowenien gibt es die meiste Zustimmung dafür mit 79 Prozent; der EU-Durchschnitt liegt bei 50 Prozent.
Auch mit seiner Ablehnung gegenüber der EU-Verfassung lag Österreich im unteren Drittel der EU-25. Die Zustimmung zur EU-Verfassung sank hier seit Herbst um 3 Prozentpunkte und liegt derzeit bei 41 Prozent. Ungarn führte bei der Frage mit 78 Prozent Ja, der EU-Durchschnitt betrug 61 Prozent Zustimmung. Sehr stark ist in Österreich auch die Zustimmung zu der Frage gefallen, ob die EU-Mitgliedschaft für das Land eine gute Sache sei: nur 37 Prozent der Österreicher sagten Ja dazu, 9 Prozentpunkte weniger als im Herbst.
Die EU-weite Umfrage wurde zwischen dem 9. Mai und dem 14. Juni 2005 durchgeführt. Eine Aussendung der Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich wies am Montag darauf hin, dass sie "somit zu einer Zeit (erfolgte), in der viele EU-Länder im Wirtschafts- und Beschäftigungsbereich mit Problemen zu kämpfen hatten, der Prozess zur Ratifizierung der europäischen Verfassung ins Stocken geriet und keine Einigung auf die neue Finanzielle Vorausschau erzielt werden konnte". Die Ergebnisse seien "in diesem Kontext zu bewerten".
(apa/red)
