Österreicher sind blutspenden-freudig: Doch 100.000 Konserven wären einzusparen
- Unterschiedlicher Umgang in den Spitälern
- "Optimierungspotenzial" von zwölf Millionen Euro
Die Österreicher sind mit ihrem Lebenssaft alles andere als geizig: Mit insgesamt 518.000 Blutkonserven pro Jahr liegen wir weit über dem EU-Durchschnitt (Österreich: 63 Einheiten pro 1.000 Personen, EU: 45/1.000). Dennoch wären etwa 20 Prozent einzusparen, so eine Studie, die vom Gesundheitsministerium und Vertretern der Bundesländer in Auftrag gegeben wurde und vom ORF am Montag teilweise publiziert wurde.
Grund für dieses "Optimierungspotenzial" von zwölf Mio. Euro, so ein Sprecher von Ressortchefin Maria Rauch-Kallat (V), sei der unterschiedliche Umgang mit dem ganz besonderen Saft in den Spitälern und teilweise auch in den Abteilungen. Durch Standardisierung der Abläufe könnte man einen beträchtlichen Teil der Konserven, die jeweils zwischen 105 und 115 Euro kosten, einsparen, meint das mit der Studie beauftragte Fachgremium. Die endgültigen Ergebnisse der Untersuchung sollen im Oktober bei einem Kongress über Blutspendemedizin in Wien präsentiert werden.
Die Bemühungen, weniger Konserven und entsprechende Produkte zu verwenden, werden nicht zuallererst durch finanzielle Überlegungen bestimmt, versicherte das Büro von Rauch-Kallat. Vielmehr bestünde ein kleines Risiko, durch Transfusionen unbekannte Krankheiten zu übertragen. Zudem gäbe es Studien, die nahe legen, dass durch Fremdblut die Wundheilung etwas langsamer verläuft.
Bei Roten Kreuz, das praktisch den gesamten Betrieb mit Blutkonserven abwickelt (lediglich zwei NÖ und ein OÖ Spital betreiben eigene Blutbanken, Anm.), hat man kein Problem damit, dass eingespart werden soll - im Gegenteil, man unterstützt alle sinnvollen Maßnahmen. Dr. Günter Wittauer, Bereichsleiter für den ÖRK-Blutspendedienst: "Unsere Sicht ist, dass wir mit einer sinnvollen Versorgung den Bedarf decken. Es ist nicht unsere Sache, den Ärzten bei der Verwendung dreinzureden."
(apa/red)
