Freitag, 15. Juli 2005

Revolution im Autohandel: Ein Drittel der Händler muss in wenigen Jahren zusperren!

  • FORMAT: Dramatischer Umbruch im Autohandel
  • Völlige Neuausrichtung der Branche wird erwartet

Die Aussichten sind trüb: Bis 2012 werden in Österreich 592 von 1.692 Autohändlern vom Markt verschwinden. Zu diesem Schluss kommt eine FORMAT exklusiv vorliegende Studie des Beratungsunternehmens Contrast Management Consulting über die Zukunft der Autobranche. Konkret analysiert hat Studienautor Martin Unger die Auswirkungen der ab 1. Oktober 2005 nach zweijähriger Übergangsfrist endgültig in Kraft tretenden Gruppenfreistellungsverordnung der EU (GVO). Unger: "Der ohnedies schon harte Wettbewerb verschärft sich weiter. Durch Übernahmen und Insolvenzen wird ein Drittel der Händler verschwinden."

Für die brisante, 200 Seiten starke Branchenuntersuchung haben die Contrast-Experten drei Monate lang bei Händlern, Interessenvertretern und Herstellern Branchendaten erhoben. Ungers dramatisches Fazit: "Es kommt zu einer völligen Neuausrichtung der Branche."

Niederlassungsfreiheit
Kernpunkt der jetzt ins Haus stehenden neuen GVO ist die Niederlassungsfreiheit: Hersteller und Importeure können ihren Händlern damit nicht mehr wie bisher vorschreiben, wo sie Standorte eröffnen dürfen. Dieser letzte Liberalisierungsschritt der Branche wird den Wettbewerb weiter verschärfen.

Branche unter Druck
Schlechte Nachrichten sind das für den Großteil der Branche, der schon jetzt enorm unter Druck steht: Zwar freuten sich die Händler 2004 über drei Prozent mehr Zulassungsplus (insgesamt wurden 311.292 Neuwagen verkauft), doch unter dem Strich blieb vor allem den Klein- und Mittelbetrieben weniger als je zuvor. Hauptgrund für das magere Geschäft ist laut Studie die viel zu hohe Dichte an Autohäusern in Österreich.

Familienbetriebe top
Gute Überlebenschancen haben neben den Branchenriesen und den Billiganbietern ganz kleine Familienbetriebe. Deren regionale Verankerung, hohe Flexibilität und ihr intensiver persönlicher Kontakt zu den Kunden ist laut Unger "ein unschätzbarer Wettbewerbsvorteil".

Preise bleiben gleich
Die Geldbörsen der Autokäufer werden durch die dramatischen Veränderungen im österreichischen Autohandel kaum entlastet. Denn Neuwagenpreise werden sich laut Experten aufgrund der niedrigen Margen kaum reduzieren.

Lesen Sie die ganze Story in FORMAT 28/05!

15.7.2005 12:17