Montag, 11. Juli 2005

Teure Gespräche im Ausland: EU hat die Roaming-Tarife schon länger im Visier

  • Erste Marktmissbrauchsbeschwerden am Laufen

Die EU-Kommission hat die Auslandstarife der Mobilfunkbetreiber bereits seit rund fünf Jahren im Visier. Nach einer Branchenuntersuchung wurden 2001 und 2002 Hausdurchsuchungen bei einigen Mobilfunkbetreibern durchgeführt und mündeten schließlich in Beschwerden gegen Vodafone, mmo2, T-Mobile, in denen ihnen Marktmissbrauch durch zu hohe Roaminggebühren in Deutschland und Großbritannien vorgeworfen wird.

Im Dezember 2004 haben außerdem die nationalen Regulierungsbehörden vereinbart, mit einem gleich lautenden Fragebogen an die Mobilfunkbetreiber zu untersuchen, wie gut der Wettbewerb in ihren jeweiligen Märkten funktioniert. Ende Mai dieses Jahres kamen sie zu dem Ergebnis, dass die Auslandstarife ungerechtfertigt zu hoch seien. Dies sei eine Folge sowohl der Gebühren, die die Mobilfunkbetreiber untereinander verrechnen, als auch der hohen Zuschlägen, die die in mehreren EU-Staaten vertretenen Handybetreiber ihren Kunden aus andern Ländern aufschlagen. Auch würden Senkungen der gegenseitig verrechneten Gebühren oft nicht an die Kunden weitergegeben.

Daher sollten die Bemühungen um eine harmonisierten Vorgangsweise bei den Roaming-Diensten vorangetrieben und die Roaming-Gebühren nun unter die Lupe genommen werden, wie dies auch der österreichische Telekom-Regulator angekündigt hat. Zudem wurde ein Projektteam eingerichtet, dass Möglichkeiten zur Erhöhung der Tarif-Transparenz prüfen soll.

Aus den in Brüssel angegebenen Roaming-Gebühren (sie stammen von den Homepages einiger Mobilfunkbetreiber) geht hervor, dass ein Franzose, der von seinem Österreich-Urlaub zu Hause anruft 1 Euro pro Minute bezahlt, ein Deutscher bei einem Anruf aus Österreich in seine Heimat 1,70 Euro, ein Schwede wiederum 1,04 Euro und eine Holländer 1,38 Euro. (apa)

11.7.2005 17:38