Ninas Bar droht Koitus interruptus
- Wiens legendäres Nobelbordell soll jetzt abgerissen werden

Sie ist eine Institution wie weiland die literarisch verewigte Josefine Mutzenbacher. Madame Nina, Schirmherrin der gleichnamigen Wiener Nachtbar und Mutter unzähliger Rotlichtgenerationen, hat in ihrem Etablissement zahlungskräftige Stars von Hollywood bis Simmering horizontal beherbergt. Doch damit soll jetzt Schluss sein. Denn das Haus, in dem die roten Laternen seit 25 Jahren weithin sichtbar leuchten, soll jetzt abgerissen werden. Das fordert zumindest der neue Hausbesitzer.
Baufälliges Haus. Ende 2002 hat die Lenikus Liegenschaftsverwaltung das Haus am Wiener Bauernmarkt 21 gekauft. Damit hat unser Drama begonnen, seufzt Madame Nina. Der neue Eigentümer hat den Lift abgeschnitten, den Mist einfach am Gang und vor unserem Lokal abgelagert und dafür gesorgt, dass das Haus den Witterungen preisgegeben wird. So hat er der Reihe nach alle Mieter hinausgeekelt.
Anfang Juni wurde schließlich auch Madame aufgefordert, ihre Sachen zu packen. Nina: Wir erhielten einen Brief, in dem stand, dass ein Einsturz des Hauses nicht mehr ausgeschlossen werden könne und wir mit 25. Juni ausziehen müssten. Doch davon wollte die streitbare Nachtklubchefin nichts wissen. Sie verständigte die Baupolizei und siehe da: Man fand keinen Hinweis auf ein statisches Problem.
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