Das harte Leben der Sprinter in den Bergen
Bernhard Eisel kann ein Lied davon singen!
- Steirer mit Verdauungsproblemen und Sturzfolgen
- Der heurige Etappen-Dritte will unbedingt nach Paris
Die Helden der ersten Woche der Tour de France sind in den Hintergrund gerückt. Die Sprinter Tom Boonen, Robbie McEwen, Bernhard Eisel und Co. bilden auf den Alpenetappen das "Gruppetto", das gerade noch innerhalb der Karenzzeit und knapp vor dem Besenwagen über die Pässe ins Ziel rollt. Lange Klettertouren sind nichts für die Männer mit den schnellen Beinen, die zudem vielfach mit Sturzfolgen kämpfen.
Für den zweifachen Etappensieger Boonen war am Donnerstag Schluss, das begehrte Grüne Trikot des Punkte-Besten wechselte zum Norweger Thor Hushovd. Nach einem Sturz am Mittwoch bald nach dem Start in Courchevel hatte sich der Belgier Boonen trotz Knieproblemen ins Ziel gequält. "Was ich da geschafft habe, ist schöner als die Siege bei Paris-Roubaix und in der Flandern-Rundfahrt zusammen, jeder Kilometer war wie ein Sieg." Der dritte Sturz in fünf Tagen war aber schließlich doch zu viel, die Verletzung zu schwer, Boonen trat zur zwölften Etappe nicht mehr an.
Auch Eisel ist gezeichnet. Die Verdauungsprobleme sind zwar etwas besser geworden ("Donnerstag früh hatte ich wieder Hunger, ein gutes Zeichen"), dafür plagten den Steirer am französischen Nationalfeiertag die Folgen eines schweren Sturzes vom Mittwoch. "Ein verrückter Armstrong-Fan hat mir bei der Verpflegungsannahme in den Lenker gegriffen", erzählte Eisel, der zum zweiten Mal gravierend zu Fall kam. "Ich habe sehr schwere Knieschmerzen, bin an Armen und Beinen blau", sagte der Etappen-Dritte des siebenten Teilstücks.
Eisel: "Es war am Limit"
Dementsprechend schwer war für ihn das Donnerstag-Teilstück über 187 km von Briancon nach Digne-les-Bains. "Die ersten zehn Kilometer am Donnerstag waren die Hölle." Doch etwas mehr als vier Stunden später traf er dann doch total erschöpft, aber glücklich im Ziel ein. "Keine Ahnung, wie ich das geschafft habe, dass ich am Schluss noch dabei war. Es war am Limit", betonte Eisel.
Weil die Leidensfähigkeit der Radprofis enorm und Eisels Form gut ist, bewältigte der Frankreich-Legionär aus dem Rennstall der französischen Lotterien (FdJeux.com) auch das zwölfte Teilstück. Er will auch bei seiner zweiten Tour-Teilnahme unbedingt nach Paris. Schließlich warten in der dritten Woche auf dem Weg zum finalen Ziel auf den Champs Elysees noch einige Sprintankünfte.
(apa)
