Grazer Sturm auf Hanappi-Stadion: Die grün-weiße Festung fiel gleich zum Saisonstart
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- Sturm ist laut Jürgen Säumel "in Aufbruchstimmung"
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NEWS: Klub-Kapitäne verraten ihre Meistertipps
"Eine Heimniederlage schmerzt immer, gerade in St. Hanappi", bestätigte Rapids Meistertrainer Josef Hickersberger. Seit 15. Mai 2004 (1:3 gegen die Admira) hatten die Hütteldorfer dieses Gefühl nicht mehr gekannt, waren sie doch in ihrer Titelsaison in ihrer Heimstätte ungeschlagen geblieben. Doch am Mittwoch musste sich der Meister zum Fußball-Saisonauftakt einem taktisch disziplinierten Team von Sturm Graz mit 2:3 (0:1) beugen.
"Der Kardinalfehler war, dass es uns nicht gelungen ist, das Spiel in die Breite zu ziehen. In der Mitte ist die Sturm-Abwehr wie eine Eins gestanden", betrieb Hickersberger Ursachenforschung. Deshalb war sein Team den cleveren Grazern trotz Übergewichts an Spielanteilen und Torchancen nicht einmal ganz unverdient unterlegen. "Ich habe mir von meiner Mannschaft mehr erwartet", sagte der Rapid-Erfolgscoach, der sich zumindest an einem Punkt aufrichtete: "Die Meisterschaft geht noch über 35 Runden."
Ob sie alle mit Spielmacher Steffen Hofmann über die Bühne gehen, steht aber noch in den Sternen. Der 24-jährige Deutsche könnte den Meister frühestens nach der Champions League-Qualifikation verlassen. "Bei uns hat vieles noch nicht zusammengepasst", analysierte Österreichs Fußballer des Jahres 2004 Rapids erste Auftaktpleite seit der Saison 1999/2000 (1:2 beim FC Tirol). "Wir haben uns nicht ganz an das taktische Konzept gehalten, die Außen zu wenig besetzt", nahm der Kapitän seine Mannschaft in die Kritik. "Das müssen wir besprechen."
Einen klaren Startvorteil sah Hofmann bei den Grazern, die nach zehn sieglosen Bundesliga-Spielen gegen Rapid erstmals wieder gewannen: "Unser stärkster Gegner in der Vorbereitung war mit Budweis kein tschechischer Top-Klub, Sturm hat doch schon zwei hochkarätige UI-Cup-Spiele gegen Wolfsburg (2:2 und 1:3) bestritten." Wolfsburg - ausgerechnet jener Verein, der an Hofmann bereits im Frühjahr intensivstes Interesse bekundet hatte.
Krankl beobachtete im Hanappi
Tatsächlich präsentierte sich die Mannschaft von Michael Petrovic ("Wir haben gut gearbeitet") als die homogenere. "Wir haben gewusst, dass wir bei Rapid nur über Kampf und Disziplin bestehen können, weil das spielerisch die stärkste Mannschaft Österreichs ist", sagte der 20-jährige Sturm-Kapitän Jürgen Säumel, der ebenso überzeugte wie der noch um ein Jahr jüngere Linksverteidiger Ronald Gercaliu. Mit derartigen Vorstellungen sind die beiden U21-Nationalspieler früher oder später vielleicht auch für Teamchef Hans Krankl, der sich ebenfalls unter die 16.200 Besucher im Hanappi-Stadion gemischt hatte, ein Thema.
In der vergangenen Saison war Sturm bis zur letzten Runde - einem 3:1 in Mattersburg - erfolglos einem Auswärtssieg nachgelaufen. 2005/06 klappte es gleich auf Anhieb beim amtierenden Meister. Seit dem 10. März 1998 (3:1) hatten die Grazer Wien-Hütteldorf nicht mehr gestürmt. Damals schoss noch das "magische Dreieck" Reinmayr-Vastic-Haas die Schwarz-Weißen zum ersten von zwei Meistertiteln in Serie.
"Bei uns herrscht so etwas wie Aufbruchstimmung", urteilte Mittelfeldmotor Jürgen Säumel. Dabei fehlte bezeichnenderweise Hannes Kartnig. Der Sturm-Präsident zog einen Besuch bei der Carmen-Premiere im Römer-Steinbruch St. Margareten jenem im Hanappi-Stadion vor.
(apa/red)
