Montag, 11. Juli 2005

Vize-Europameister beim SK Rapid: Radek Bejbl ist der rot-weiß-rote Transferhit 2005!

  • "Rapid ist neue Herausforderung in meiner Karriere"
  • Tschechische Tradition in Hütteldorf wird fortgesetzt

30. Juni 1996: London, Wembley-Stadion. Das Finale der Fußball-Europameisterschaft wird durch die "Golden Goal"-Premiere zu Gunsten von Deutschland entschieden. Neun Jahre später steht die "Laufmaschine" der unglücklich unterlegenen tschechischen Nationalmannschaft im Diensten des österreichischen Meisters. Radek Bejbl, der damals einem gewissen Pavel Nedved (mittlerweile Superstar beim italienischen Rekordchampion Juventus) den Rücken freigehalten hatte, war der rot-weiß-rote Transfer-Hit des Sommers 2005.

"Für mich hat das Angebot von Rapid eine neue Herausforderung in meiner Karriere bedeutet. Ich habe in den vergangenen drei Jahren bei Slavia Prag gespielt und ich kann sagen, dass ich nicht ganz zufrieden bin mit der Art und Weise, wie die drei Jahre verlaufen sind", meinte der 32-jährige Vize-Europameister gegenüber der APA zu den Gründen seines überraschenden Wechsels.

Nach Stationen bei Slavia Prag, Atletico Madrid, Lens und erneut Slavia schnürt der große Blonde nun für den SCR seine schwarzen Schuhe. "Ich bin jetzt erst kurze Zeit hier, aber ich muss sagen, dass ich so einen angenehmen Beginn und so ein Engagement wahrscheinlich noch nie erlebt habe. Ich würde auch sagen, dass Wien Prag recht ähnlich ist."

Große tschechische Tradition in Hütteldorf
Zudem gibt es gerade in Wien und speziell bei Rapid eine große Tradition tschechischer Spieler: Nach Josef "Pepi" Bican (wurde Zweiter bei der Wahl zu Tschechiens "Fußballer des Jahrhunderts"), Rudi Vytlacil (bei den Grün-Weißen als Spieler und Trainer tätig), dem legendären "Freistoßkönig" Antonin Panenka, dem ehemaligen Torschützenkönig Rene Wagner, Keeper Ladislav Maier, oder zuletzt Tomas Dosek und Marek Kincl nun also Radek Bejbl.

"Natürlich hat Rapid in Tschechien einen sehr guten Namen. Das ist historisch gesehen der traditionsreichste und erfolgreichste Klub in Österreich. Es haben sich hier auch einige tschechische Spieler sehr gut behaupten können und die Tür geöffnet", meint der 58fache Internationale. "Ich denke, das Publikumsinteresse in der österreichischen Liga ist noch dazu derzeit viel größer als in der tschechischen Meisterschaft."

Familienmensch mit starkem Charakter
Familienmensch Bejbl, der seine Auslandskarriere einst wegen schulischer Problemen seines älteren Sohns abgebrochen hatte, hatte schon vor zwei Jahren ein Angebot von Rapid vorliegen. Doch er wollte seinen Vertrag bei Slavia erfüllen ("ich hatte einen bestimmte Job begonnen und wollten diesen nicht einfach beenden"), dies zeigt ebenfalls den Charakter des Defensiv-Allrounders. Die Kinder (Söhne Ondra/11 Jahre und Martin/5) werden nun in Wien in eine tschechisch-österreichische Schule gehen.

Champions League-Qualifikation sowie Verteidigung des Meistertitels ("Vor uns stehen große Aufgaben, aber möglich ist alles") stehen an und die neue Nummer 22 des SK Rapid wird mit einer hohen Erwartungshaltung "konfrontiert". Bei einer Umfrage antworteten 33,15 Prozent auf die Frage nach der besten Neuverpflichtung mit: Radek Bejbl. Er selbst bleibt verbal dennoch mit beiden Beinen am Boden. "Natürlich freut mich so eine Unterstützung von den Fans ganz am Anfang. Aber Erwartungen sind die eine Sache und die andere, die Erwartungen auch zu erfüllen." (apa/red)

11.7.2005 10:28