Sonntag, 17. Juli 2005

"Sind einfach zu langsam": Ferrari-Team- chef glaubt nicht an rasches Ende der Krise

  • Todt: "Wir bewegen uns seit paar Rennen rückwärts"
  • Teamchef sieht die Bridgestone-Reifen im Nachteil

Ferrari-Teamchef Jean Todt glaubt nicht an ein schnelles Ende der Scuderia-Krise in der Formel 1. "Es ist wahr, dass wir uns seit ein paar Rennen rückwärts bewegen", stimmte der Franzose im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" den Aussagen von Weltmeister Michael Schumacher zu. "Wir sind ganz einfach zu langsam."

In der Ursachenforschung ist Ferrari noch nicht entscheidend vorangekommen. Es fehle auf jeden Fall aber der Grip. "Es ist sehr schwierig für uns, klar zu beurteilen, woran es liegt", gestand Todt. Es sei nicht nur die Aerodynamik. "Wenn es daran läge, dann wären wir nirgendwo in der Lage, eine Zeit gut zu fahren."

"Mit Bridgestone-Reifen im Nachteil"
Durch die Bridgestone-Reifen sieht der 59-Jährige seinen Rennstall im Nachteil gegenüber der Konkurrenz von Renault und McLaren-Mercedes und fünf weiteren Teams, die von Michelin ausgerüstet werden. Für sie scheine es einfacher zu sein, technische Probleme mit dem Reifenhersteller zu lösen, weil es mehr Vergleichswerte gebe. "Für uns ist es - bei allem Respekt für Jordan und Minardi - kaum möglich, Vergleichswerte zu bekommen."

Die Situation nach sechs Konstrukteurs- und fünf Fahrertiteln in Serie durch Schumacher bezeichnete Todt als "neue Herausforderung". Er habe aber auch nach einem Sieg nie geglaubt, "dass wir nun automatisch den nächsten Grand Prix gewinnen. Ich habe immer gezweifelt."
(apa/red)

17.7.2005 15:05
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