Wegen Zahlungsrückständen: Friesachers
F1-Vertrag mit Minardi per Fax gekündigt
- Sponsoren haben mündliche Zusagen nicht gehalten
- Streit ums Geld beschäftigt nun auch Kärntner Politik
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Zwei am Sonntag beim Management von Patrick Friesacher eingehende Fax-Mitteilungen scheinen die Formel-1-Karriere des Kärntners zumindest vorerst beendet zu haben. In den Schriftstücken von Minardi-Teamchef Paul Stoddart wurde der Vertrag mit Friesacher wegen Zahlungsrückständen aufgekündigt, es gab allerdings keine Aussage wegen des Cockpits für den Grand Prix am nächsten Wochenende in Hockenheim.
Friesacher-Pressemann Gerald Florian will daher die am Freitag mit Stoddart für Montag vereinbarte Deadline abwarten, nachdem dem Australier ein aus Kärntner Gönnern zusammen gestelltes Sponsoren-Paket präsentiert worden war. Im Grunde glaubte Florian gegenüber der APA aber nicht mehr an ein Wunder: "Der Vertrag wurde gecancelt, einseitig aufgekündigt. Wenn es mit Hockenheim nichts wird, tritt für uns Plan B in Kraft."
Dabei handelt es sich um das weitere Bemühen um ein Sponsoren-Paket, damit Friesacher im nächsten Jahr wieder in der Formel 1 fährt. Florian: "Wir hoffen, dass wir noch ein Cockpit bekommen." Wie schwierig es ist, an Geldgeber heran zu kommen, zeigen aber die jüngsten Ereignisse. Florian: "Alle bei Patrick sichtbaren Sponsoren wie Riegler & Zechmeister haben ihre Verpflichtungen erfüllt. Aber einige mündliche Zusagen haben leider nicht gehalten."
Konkret hatten laut Florian Firmen vor Saisonbeginn ihren Einstieg als Friesacher-Unterstützer angekündigt. Dann hat das Friesacher-Umfeld Stoddart gegenüber aber in dieser Hinsicht zu lange geschwiegen, was dieser mit der Drohung der Kündigung quittierte. "Das war ein Fehler von uns in der Kommunikation", gibt Florian zu. "Die Sponsoren mit mündlichen Zusagen haben dann ein zu großes Risiko in einem Einstieg gesehen", erklärte Florian.
Friesacher brachte es in seiner bisher kurzen Formel-1-Karriere auf elf Einsätze, sechs Mal fiel er aus. Unter den fünf Ergebnissen in den Endklassements ragt der sechste Platz von Indianapolis heraus, in diesem Chaos-Rennen waren allerdings nur die sechs Bridgestone-Autos am Start gewesen. Ansonsten war ein zwölfter Platz in Bahrain die beste Platzierung des 24-Jährigen.
Friesacher war nach einem zweitägigen Aufenthalt in Italien vorläufig für eine Stellungnahme nicht zu erreichen, in seinem bis Sonntag Abend letzten Statement auf seiner Homepage www.pf1box.com zeigte er sich aber noch zuversichtlich: "Ich konnte den Rummel um mein Cockpit gut wegstecken. Ich bin Rennfahrer und muss mich rein auf den sportlichen Part konzentrieren."
Und weiter: "Bis Hockenheim kann noch sehr viel passieren und jeder der die Formel 1 kennt, weiß, dass sich stündlich alles ändern kann. Im Verlauf meiner bisherigen Karriere habe ich schon viele Schicksalschläge meistern müssen und wurde schon oft von "Insidern" abgeschrieben, aber ich bin gewohnt um meine Erfolge zu kämpfen."
(apa/red)
