Schwimm-WM: Markus Rogan besitzt in Montreal die doppelte Europarekord-Chance
- Es soll dem ältesten Herren-Rekord an Kragen gehen
- Rogan selbst: "Ist aber nicht Ziel meiner Karriere"
Mehrfach-Europameister Markus Rogan hat in der letzten Juli-Woche bei den Schwimm-Weltmeisterschaften in Montreal gleich eine doppelte realistische Chance auf seinen ersten Europarekord auf der Langbahn. Dem Kurzbahn-Europarekordler über 200 m Rücken fehlen mit seinen Bestzeiten über 100 m Rücken lediglich 43/100 Sekunden auf die derzeitige Nummer eins des Kontinents, auf der doppelten Distanz sind es 78/100.
Speziell der Europa-Rekord über 200 m Rücken von Martin Lopez-Zubero ist längst fällig, der Spanier hatte seine Bestmarke am 23. November 1991 markiert. Damit hält der Iberer bei den Herren die mit Abstand älteste Kurz- oder Langbahn-Bestmarke auf Europa- und Welt-Ebene. Sonst hat nur der Finne Jani Sievinen über 200 m Lagen noch einen aus einem Jahr vor 2000 datierenden Langbahn-Europarekord in seinem Besitz.
Die bisherigen Saison-Leistungen Rogans lassen nur wenig Rückschlüsse auf seine WM-Form zu, doch war es im Vorjahr vor seinen beiden Olympia-Medaillen kaum anders. Die Trainingsleistungen des 23-Jährigen geben freilich Grund zum Optimismus, und sein Trainer Robert Michlmayr war schon vor rund einem Monat bei Rogans Mare-Nostrum-Starts zuversichtlich. "Voll vorbereitet wäre der Europarekord drinnen", meinte der Coach damals.
Rogan vergleicht sich mit Barroso
Doch die Top-Form hat sich Österreichs "Sportler des Jahres" natürlich für die WM aufgehoben. Neben zumindest einem Medaillen-Gewinn strebt er daher eben auch einen Europarekord an. "Das ist für jetzt ein gutes Ziel, aber es ist nicht das Ziel meiner Karriere. Auch Jose Manuel Barroso darf sich mit seiner Position nicht zufrieden geben, sondern muss sich nach oben orientieren", bringt Rogan einen Vergleich mit dem EU-Kommissionspräsidenten.
Die 53,92 Sekunden des Russen Arkadij Wjatschanin für 100 m Rücken (Rogan: 54,35) und die 1:56,57 von Lopez-Zubero (1:57,35) scheinen also für Rogan in Griffweite. Weltrekordler Aaron Peirsol ist aber auf beiden Distanzen zumindest derzeit noch um ein gutes Stück weiter voraus, um 1,18 bzw. gar 2,61 Sekunden. Rogan auf die Frage, ob er den US-Amerikaner schon in Montreal abfangen kann: "Die Zeit dafür ist reifer, als sie es bei Olympia war."
(apa)
