Montag, 11. Juli 2005

Jubel beim ÖTV dank "Rodiamant" Paszek:
Große Lob nach Klassenerhalt im Fed Cup

  • Damen auch im Jahr zwei nach Schett erstklassig
  • Medien: Paszek "führte ihr Alter ad absurdum"

Österreichs Fed-Cup-Damen sind auch im Jahr zwei nach Barbara Schett erstklassig. Auch wenn der Gegner Schweiz nicht in Bestbesetzung antrat: Einen 4:1-Auswärtssieg hätte man Yvonne Meusburger, der erst 14-jährigen Tamira Paszek, und den Doppel-Zwillingen Daniela und Sandra Klemenschits nicht zugetraut. Der Klassenerhalt in der Weltgruppe I der besten acht Nationen ist für ein Land ohne Top-100-Spielerin schon bemerkenswert.

"Ich finde, es ist eine Sensation, dass wird das erreicht haben. Und Tamira Paszek wird bald ein Grund dafür sein, dass sich die Medien wieder reißen werden, über den Fed Cup zu berichten", freute sich ÖTV-Generalsekretär Peter Teuschl. Nicht nur er ist der Meinung, dass die 14-jährige Vorarlbergerin, die mit zwei glatten Siegen maßgeblich Anteil am Erfolg hatte, ein echter "Rohdiamant" ist.

Paszek "führte ihr Alter ad absurdum"
Die "Sportinformation Zürich" (SIZ) schrieb u.a.: "Die 14-Jährige führte an diesem Wochenende ihr Alter teilweise ad absurdum. Paszek gab in zwei Partien nur elf Games ab... Gut möglich, dass die Zuschauer in Lausanne-Ouchy einen neuen Star erlebten." Selbst Teuschl ist da nicht übervorsichtig: "Ich bin überzeugt davon, wenn sie sich so weiter entwickelt und sich nicht verletzt." Und hinter Paszek gibt es noch mehrere talentierte Mädchen, die im Sog der kleinen Dornbirnerin nachrücken könnten.

Österreichs Tennis, vor allem jenes der Damen, hat einen neuen Star auch dringend nötig. Nach dem Abgang von Barbara Schett und der Langzeitverletzten Barbara Schwartz sah es nicht sehr gut aus. Umso erfreulicher, dass Paszek die großen Erwartungen in sie bisher erfüllt. "Bei der Auslosung hätte ich mir das auch nicht gedacht. Aber wie ich die Besetzung der Schweizerinnen gesehen habe, habe ich uns schon einen Sieg zugetraut", meinte Barbara Schett am Montag zur APA.

Vorzeichen waren nicht optimal
Dabei waren die Vorzeichen im ÖTV-Team trotz der Absage von Patty Schnyder und Emmanuelle Gagliardi im Team Suisse nicht so gut. "Meusburger war im Vorfeld krank, Tamira hatte große Umstellungsprobleme von Rasen auf Sand. Es war nicht zu erwarten, dass sie dann so gut spielt", sagte Tesar, dessen Vertrag heuer ausläuft. Barbara Schett interessiert sich derzeit noch nicht dringend für den Posten eines Fed-Cup-Kapitäns, eine Verlängerung des Vertrages des Erfolgscoaches steht im Raum. "Ich würde es gerne machen, die Funktion aber ausbauen und die Mädchen auf das eine oder andere Turnier begleiten", schlug Tesar vor.

Erst am 22./23. April 2006 geht es für die ÖTV-Damen im Fed Cup wieder weiter, die Auslosung erfolgt voraussichtlich im Oktober. Bis dahin sollte sich Paszek weiter gesteigert haben. "Sie könnte schon unter den Top 200 stehen, für mich hat sie jetzt schon Top-100-Potenzial", meinte Tesar. Und vielleicht steht dann auch wieder eine gesundete Barbara Schwartz zur Verfügung. (apa/red)

11.7.2005 11:45