"Grundsätze des Islam verletzt": Sunniten-Rat erlässt "Fatwa" gegen Terror in London
- Selbstmordanschläge verstoßen gegen den Koran
- Großbritannien will Irak-Abzug in nächsten Monaten
·Ägypter wird nicht mehr verdächtigt
Kein Hinweis auf Rolle bei 1. Londoner Attentat
·Terror-Spur nach Pakistan erhärtet sich
Verdächtige hatten Kontakte zu Attentätern
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Tage des Schreckens
·Hintergrund-Info:
Das ist die Al Kaida
Terror-Netzwerk 1989 von Bin Laden gegründet
·Chronologie: Terror seit dem 11.9.2001
Die schwersten Attentate der letzten Jahre
·INFO-GRAFIK: Terror- Anschläge in London
Übersicht: Wo die Explosionen stattfanden
Zehn Tage nach den Anschlägen von London hat die größte Organisation sunnitischer Muslime in Großbritannien am Sonntag den Terror verurteilt. Der Rat der Sunniten (Jama'at e Ahl e Sunnat) erklärte in einer Fatwa, einem verbindlichen Religionsedikt, dass die Anschläge die Grundsätze des Islams verletzt hätten. Jede Art von Selbstmord-Anschlag sei ein Verstoß gegen den Koran, hieß es in der in Birmingham veröffentlichten Erklärung.
"Wer hat irgendjemandem das Recht gegeben, andere zu töten? Das ist eine Sünde. Jeder, der Selbstmord begeht, kommt in die Hölle", erklärte Mufti Muhammad Gul Rehman Qadri, der Vorsitzende des Rats der Sunniten. "Was in London geschehen ist, ist ein Sakrileg. Es ist eine Sünde, sich oder anderen das Leben zu nehmen." Und weiter hieß, die Verurteilung der Taten richte sich auch gegen die Hintermänner der Anschläge.
Die britische Polizei korrigierte am Sonntagabend eine zuvor verbreitete Meldung, wonach in der nordenglischen Industriestadt Leeds sechs Personen unter Terrorverdacht festgenommen worden seien. Bei den Personen bestehe der Verdacht auf ein Vergehen im Zusammenhang mit Einwanderungsgesetzen, hieß es.
Drei der Attentäter von London stammten aus pakistanischen Familien. Mindestens einer von ihnen dürfte für einige Zeit eine Koran-Schule in der ostpakistanischen Stadt Lahore besucht haben. Der britische Außenminister Jack Straw hatte sich am Freitag "beunruhigt" darüber gezeigt, was in einigen der Koran-Schulen in Pakistan vor sich gehe. Der pakistanische UNO-Botschafter Munir Akram konterte am Sonntag gegenüber der BBC: "Ich denke, Sie müssen die britische Gesellschaft ansehen, was sie den Moslems antut und warum diese sich nicht in die Gesellschaft integrieren."
Die US-Botschaft in London entschuldigte sich bei einem Führer der britischen Muslime, dass ihm die Einreise in die USA zuvor verweigert worden war. Zaki Badawi, Imam einer Moschee in London, war zu einem Vortrag in Chautauqua im US-Staat New York eingeladen worden. Bei der Ankunft in New York wurde ihm dann aber am Mittwoch die Einreise verweigert. Er wurde sechs Stunden auf dem Flughafen festgehalten und verhört. Aus Sicherheitskreisen hieß es dazu, sein Name sei auf einer Terrorliste aufgetaucht. Nähere Angaben wurden nicht gemacht. (apa)
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