Italien: Berlusconi setzt Großrazzia gegen islamische Fundamentalisten fort
- 200 Durchsuchungen im ganzen Land angeordnet
- PLUS: Verschärfte Kontrolle an Österreich-Grenzen
·Anti-Terror-Groß-Einsatz in Italien
142 Festnahmen, 7.000 Verdächtige kontrolliert
·Innenminister warnt vor neuen Anschlägen
Leichen-Suche in U-Bahn-Schächten geht weiter
·Rom: Islam-Kritikerin
soll Senatorin werden
Als Reaktion auf Terror-Anschläge in London
·Terrorangst in Italien
- Polizei berät in Rom
Alarmstufe rot auch in Frankreich ausgerufen
In Italien hat die Polizei eine Großrazzia gegen islamische Fundamentalisten durchgeführt. Rund 200 Durchsuchungen wurden in islamistischen Kreisen angeordnet, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Mehrere Einwanderer ohne Aufenthaltsgenehmigung wurden ausgewiesen. Die Durchsuchungen betrafen vor allem den Raum um Neapel.
Die italienische Polizei hatte nach den Terroranschlägen in London bei einem Großeinsatz in der norditalienischen Region Lombardei 142 Menschen festgenommen. Insgesamt waren 2.000 Carabinieri an dem zweitägigen Einsatz beteiligt gewesen. 7.000 Verdächtige seien kontrolliert worden.
Neue Anti-Terror-Maßnahmen
Nach den Anschlägen in London bereitet die Regierung von Premier Silvio Berlusconi eine Verschärfung der Anti-Terror-Maßnahmen vor. Innenminister Giuseppe Pisanu schlug am Dienstag in der Abgeordnetenkammer eine neue gesetzliche Regelung vor, wonach Terrorverdächtige auch ohne Anklage über längere Zeit festgehalten werden könnten. Außerdem soll die Polizei größere Ermittlungsbefugnisse erhalten. Benützer von Handy-Wertkarten sollen künftig identifizierbar sein.
Die Regierung plane die Gewährung von Aufenthaltsgenehmigungen für Ausländer, die bei Anti-Terror-Ermittlungen mit der italienischen Justiz zusammenarbeiten. Vorgesehen seien außerdem verstärkte Kontrollen der öffentlichen Verkehrsmittel, auf Häfen und Bahnhöfen. Diese Infrastruktur könnte auch zum Ziel kleinerer Attentate werden, meinte der Minister. Zu den Vorschlägen der Regierung gehören eine schnellere Abschiebung verdächtiger Ausländer, eine strengere Internetüberwachung sowie die Schaffung einer Zentralbehörde zur Koordination der Anti-Terror-Ermittlungen.
Italien verschärft Kontrolle an Österreich-Grenzen
Wegen der Anschläge von London verstärkt Italien die Kontrollen an seinen Außengrenzen. Das gab der italienische Innenminister Giuseppe Pisanu bekannt. Betroffen seien vor allem die Grenzen zu Österreich und Slowenien. Italien werde sich zwar nicht ein Beispiel an Frankreich nehmen, das das Schengen-Abkommen über die freie Einreise außer Kraft gesetzt hatte, sondern werde die Kontrollen noch mehr verschärfen, berichtete der Minister.
(apa/red)
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