Verheerende Waldbrände in Spanien: Waren fahrlässige Griller die Auslöser?
- Feuerwehr brachte Flammen vorerst unter Kontrolle
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Drei Tage nach Ausbruch der verheerenden Waldbrände in Spanien haben die Ermittler mehrere Griller verhört, die die Feuer in der Region Guadalajara ausgelöst haben sollen. Fünf Mitglieder der Gruppe aus Madrid würden befragt, hieß es am Dienstag von den Behörden.
Nach Angaben aus Ermittlerkreisen erklärten die jungen Leute, sie hätten das Feuer an einem öffentlichen Grillplatz unbeaufsichtigt gelassen, als sie schwimmen gingen. Im Kampf gegen die Flammen waren elf Feuerwehrmänner ums Leben gekommen. Am Dienstag brachten die Einsatzkräfte die Waldbrände weitgehend unter Kontrolle.
Die mutmaßlichen Verantwortlichen wurden von der örtlichen Polizei an einen geheimen Ort gebracht, um sie vor möglichen Übergriffen durch die Bevölkerung zu schützen. Ein Angestellter des Ortes Riba de Saelices berichtete, er habe die Gruppe am Samstagnachmittag vor dem Grillen gewarnt. "Ich habe ihnen gesagt, dass es zu riskant ist, aber sie haben nicht auf mich gehört", sagte Emilio Merono. "Keine Sorge, ich weiß, was ich tue", habe der junge Mann geantwortet, der den mitten im Wald stehenden Grill angezündet habe. Bisher war vermutet worden, dass die Gruppe eine illegale Grillstelle benutzt hatte.
Am Dienstagmittag sagte ein Vertreter des Zentrums zur Feuerschutz-Koordinierung in Mazarete der Nachrichtenagentur AFP, die Flammen seien inzwischen unter Kontrolle. "Das Feuer in seiner Gesamtheit ist unter Kontrolle", sagte der Mitarbeiter des Umweltschutzministeriums, der nicht genannt werden wollte. Er warnte jedoch, auf Grund der großen Hitze könnten die Flammen jederzeit wieder angefacht werden.
Nach Angaben des Zentrums schlug die Feuerwehr Schneisen von mehr als einem dutzend Kilometer Länge in den Kiefernwald. Mithilfe der rund 800 Meter breiten Schneisen konnten die Flammen in der Gegend zwischen den Ortschaften Ablanque, Mazarete und Selas rund 120 Kilometer nordwestlich von Guadalajara eingedämmt werden.
Zunächst hatte die Feuerwehr nach eigenen Angaben die Flammen bei der Ortschaft Cobeta am Rande des Naturparks Alto Tajo unter Kontrolle bringen können. Die etwa 150 Dorfbewohner, die am Vorabend in Sicherheit gebracht worden waren, sollten im Laufe des Tages wieder in ihre Häuser zurückkehren können. Ein Großaufgebot der Feuerwehr am Boden wurde von Löschflugzeugen unterstützt.
Die Brandkatastrophe war eine der schlimmsten in Spanien seit 15 Jahren. Die elf Feuerwehrleute waren am Sonntag bei ihrem Einsatz von den Flammen eingeschlossen worden und verbrannt. Von den bis zur Unkenntlichkeit verkohlten Leichen konnten vorerst erst zwei identifiziert werden. Ein Ermittlungsrichter ordnete die Entnahme von DNA-Proben bei Angehörigen an, um die Identifizierung der Toten zu ermöglichen.
Der einzige aus der Gruppe, der das Unglück überlebt hat, erholte sich langsam von seinen Brandwunden im Gesicht und an den Armen. Er könnte in den kommenden Tagen aus dem Krankenhaus entlassen werden. Wie durch ein Wunder war der Mann von den Flammen verschont geblieben, weil der Zisternenwagen umgestürzt war und Tonnen von Wasser über ihn stürzten.
Die Flammen vernichteten zunächst mehr als 12.000 Hektar Wald. Spanien leidet derzeit unter der größten Trockenheit seit 1945. Auf Grund der jüngsten Brände erwägt die spanische Regierung, das Grillen für die gesamte Sommerzeit grundsätzlich zu verbieten. Bislang obliegen diese Regelungen den einzelnen Regionalverwaltungen und Gemeinden, die von Fall zu Fall entscheiden.
(apa/red)
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