Sonntag, 17. Juli 2005

Nach dem Attentat mit 98 Todesopfern: Al- Kaida kündigt weitere Anschläge im Irak an!

  • Internet-Bekennerschreiben von Terrororganisation
  • Attentäter sprengte sich neben Tanklaster in die Luft

Die Zahl der Todesopfer des Selbstmordanschlags in Musayyib südlich von Bagdad ist nach jüngsten Angaben aus Krankenhäusern auf 98 gestiegen. Ein hochrangiger Krankenhausmitarbeiter der nahe gelegenen Provinzhauptstadt Hilla sagte der Nachrichtenagentur Reuters am Sonntag, er habe die Zahl der Toten in mehreren Kliniken der Region gesammelt. Der Anschlag am Samstagabend war der schwerste im Irak, seit die Regierung in Bagdad im April die Amtsgeschäfte übernommen hat. Die moslemische Extremistenorganisation Al Kaida bekannte sich im Internet zu der Tat.
Das islamistische Terror-Netzwerk hat im Internet weitere Gewalttaten angekündigt, um so die irakische Hauptstadt zu erobern.

Der Attentäter habe seine Bombe in einem Tankwagen nahe eines belebten Gemüsemarkts in Musayyib gezündet, teilte die Polizei Samstag mit. 82 Personen seien verletzt und neun Autos zerstört worden. Auf einer Internet-Seite hieß es in einem angeblichen Bekennerschreiben, die Al-Kaida habe den Anschlag als Teil einer neuen Offensive zur Eroberung Bagdads verübt.

Zuvor waren bei anderen Angriffen im Irak mehrere Menschen ums Leben gekommen, so etwa ein Kirkuk, wo ein US-Soldat nach Angaben der Armee starb, als ein Sprengsatz explodierte.

In dem der Al-Kaida zugeschriebenen Bekennerschreiben hieß es: "Der 'Hassan-Ibrahim-al-Saidi-Angriff' werde den zweiten Tag in Folge fortgesetzt. "Der Einsatz läuft wie geplant weiter und wir warnen die Feinde Gottes, dass mehr auf sie zukommt. Wir rufen unsere moslemischen Brüder in aller Welt auf, für unseren Sieg zu Gott zu beten." Es lagen keine Anzeichen vor, dass Aufständische Teile Bagdads übernommen hatten. Am Vortag waren bei Selbstmord- und anderen Anschlägen in verschiedenen Teilen des Landes mindestens 32 Menschen getötet worden.

Im Irak kommen fast täglich Dutzende Menschen bei Anschlägen ums Leben. Neben den US-geführten Truppen und den irakischen Sicherheitskräften sind auch normale Bürger Ziel der Angriffe.

(apa/red)

17.7.2005 07:45