Samstag, 16. Juli 2005

Flugzeugabsturz in Äquatorialguinea: Der spanische Rundfunk meldet bis zu 85 Tote

  • Offizielle Angaben: Etwa 55 Menschen waren an Bord

Das Wrack eines seit Samstag in Äquatorial-Guinea vermissten Passagierflugzeugs ist am Sonntag in einem Waldstück südlich der Hauptstadt Malabo entdeckt worden. Wie der Verkehrsminister des afrikanischen Landes, Bametreo Elo Mbong, am Sonntag mitteilte, orteten Militärhubschrauber das Wrack der Propellermaschine des russischen Typs Antonow 32 rund 30 Kilometer südlich der Hauptstadt Malabo.

An Bord seien etwa 55 Menschen gewesen, sagte der Minister. Bergungsteams seien auf dem Weg zu der Absturzstelle. Wegen schlechter Wetterbedingungen sei der Unglücksort schwer zu erreichen.

Mitarbeiter einer Bohrinsel berichteten, das Flugzeug sei in Brand geraten und habe versucht, umzukehren. Die Maschine gehörte der äquatorialguineischen Gesellschaft Equatair. Sie war kurz nach dem Start in Malabo, das auf der Insel Bioko vor Kamerun liegt, von den Radarschirmen verschwunden. Ziel des Fluges war die Stadt Bata auf dem afrikanischen Festland im Süden.

Die genaue Zahl der Reisenden war nicht bekannt; Passagierlisten sind in den ärmsten Ländern Afrikas oft unvollständig. Medienberichten zufolge wurden sogar bis zu 85 Todesopfer befürchtet. Nach Angaben des Transportministeriums der spanischen Ex-Kolonie hingegen befanden sich 55 Menschen an Bord. Berichte, das Flugzeug sei überfüllt gewesen, wies die Regierung zurück.

Nach Angaben der Opposition wird die Fluggesellschaft von der Tochter des Präsidenten Teodoro Obiang geleitet. An Bord seien 85 Passagiere und Besatzungsmitglieder gewesen. Es sei eine gängige Praxis, dass die Maschinen mehr Menschen mitnähmen als erlaubt. Die Opposition wirft dem Obiang-Regime Vetternwirtschaft und Menschenrechtsverletzungen vor.

Äquatorial-Guinea besteht aus einem Festlandsteil, der zwischen Kamerun und Gabun an der Westküste Afrikas liegt, und fünf bewohnten Inseln.

(apa)

16.7.2005 20:45