Samstag, 16. Juli 2005

Berlusconi hat keinen Spaß an Politik: "Ich bleibe aus Verantwortungsbewusstsein"

  • Italiens Regierungschef findet System "nicht lustig"
  • 69-Jähriger wird trotzdem Spitzenkandidat bei Wahl

Dem italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi macht die Politik keinen Spaß. "Ich mache Politik aus Verantwortungsbewusstsein gegenüber den Italienern, die mich gewählt haben. Spaß macht die Politik nicht. Das heutige System ist alles andere als lustig", betonte Berlusconi im Gespräch mit Journalisten am Samstag. Der TV-Tycoon war vor elf Jahren an der Spitze seiner rechtsgerichteten Forza Italia in die politische Arena gestiegen.

Obwohl er wenig Spaß an der Politik hat, will der 69-jährige Premierminister als Spitzenkandidat der Mitte-Rechts-Koalition an den Parlamentswahlen im kommenden Jahr teilnehmen. "Die Regierungskoalition ist im Aufwind, ich bin sicher, dass wir die Wahlen gewinnen werden. Dies werden wir auch der Opposition zu verdanken haben, die immer zersplitterter ist", so Berlusconi.

"Alle Mitglieder der Vier-Parteien-Koalition sind sich darüber einig, dass ich der Spitzenkandidat sein soll", sagte Berlusconi im Gespräch mit Journalisten. Er sei bereit, zurückzustehen, sollte ein anderer Kandidat der Koalition mehr Stimmen sichern. "Die Parteichefs der Allianz haben jedoch alle einstimmig meine Kandidatur unterstützt", so Berlusconi.

Der Ministerpräsident erklärte, er wolle nach den Parlamentswahlen seinen Plan einer Fusion der vier Parteien seiner Mitte-Rechts-Allianz in eine einzige Reformenpartei durchsetzen. Bis Ende Juli soll ein verfassungsgebendes Komitee entstehen, das die Weichen für die neue Partei stellen soll, sagte Berlusconi.(apa/red)

16.7.2005 13:54