Samstag, 16. Juli 2005

Zu viele Fahrgäste an Bord: Überladenes Ausflugschiff sinkt bei Touristenort Alanya

  • 4 Tote - Viele Passagiere schwammen aber an Ufer
  • Keine Hinweise auf Österreicher als Betroffene

Beim Untergang eines überladenen Ausflugsschiffs unmittelbar vor dem Hafen des türkischen Touristenorts Alanya sind mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. Das teilte ein örtlicher Behördensprecher in der Provinz Antalya am Samstag mit. Drei Personen - eine Frau und zwei Kleinkinder - wurden am Morgen noch vermisst, 21 Menschen erlitten Krankenhausangaben zufolge Verletzungen.

Als wenig wahrscheinlich gilt, dass ausländische Touristen an der Billig-Mondschein-Fahrt für eine türkische Lira (0,63 Euro) teilgenommen haben. Auch nach bisher dem Wiener Außenministerium vorliegenden Informationen sind keine Österreicher unter den Verunglückten.

Das für 72 Personen zugelassene Schiff war mit mehr als 100 Ausflüglern mehr als überladen. Genaue Zahlen gab es nicht, weil weder Fahrscheine ausgegeben noch eine Liste der Fahrgäste geführt wurden. Der Kapitän, der über keine Zulassung verfügte, war nach dem Unglück zunächst unauffindbar.

Dutzende Menschen, die dem Ertrinken nahe waren, wurden in Krankenhäuser gebracht. Auch Stunden nach dem Unglück herrschte noch Ungewissheit über mögliche Vermisste.

"Das einzige Glück besteht darin, dass sich der Unfall in der Nähe des Hafendamms ereignete", sagte der Verwaltungschef von Alanya, Günhan Sarikaya. "Einige hundert Meter weiter draußen, und wir hätten eine noch größere Katastrophe erlebt."

Nach Angaben der Behörden sank das Schiff, weil es überladen war. Zunächst hatte es geheißen, das Boot sei auf einen Felsen aufgelaufen. Viele Ausflügler schwammen ans nur 20 Meter entfernte Ufer. Andere wurden von den Besatzungen mehrerer im Hafen liegender Boote aus dem Wasser gezogen.
(apa/red)

16.7.2005 09:39