Freitag, 15. Juli 2005

Neuerlicher Luftangriffe im Gaza-Streifen: Israel beschießt eine "Zelle von Terroristen"

  • Vorerst keine Berichte über Tote, ein Mann verletzt
  • Ministerpräsident Ariel Sharon gibt Armee freie Hand

Die israelische Armee hat am Freitagabend einen neuen Luftangriff auf palästinensische Ziele im Gaza-Streifen geflogen. Nahe Khan Younis sei eine "Zelle von Terroristen", die gerade einen Angriff mit Mörsergranaten auf den jüdischen Siedlungsblock Gush Katif vorbereitet habe, mit einer Rakete beschossen worden, teilte die israelische Armee in einer Stellungnahme mit. Dabei sei einer der Palästinenser mittelschwer verletzt worden.

Die radikal-islamische Palästinenserbewegung Hamas bestätigte, dass bei dem Angriff eines ihrer Mitglieder verletzt wurde. Der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon sagte im israelischen Fernsehen, er habe der Armee den Befehl erteilt, "alle notwendigen Maßnahmen gegen palästinensische Terrororganisationen" zu ergreifen. Dabei unterliege die Armee "keinerlei Beschränkungen" sagte der Regierungschef auf die Frage, ob er auch gezielte Tötungen militanter Palästinenser angeordnet habe.

Verteidigungsminister: Offensive im Gaza-Streifen möglich
Israels Verteidigungsminister Shaul Mofaz hat zudem die Armee angesichts der jüngsten Eskalation der Gewalt angewiesen, Vorbereitungen für eine mögliche Offensive im Gaza-Streifen zu treffen. Israelische Medien berichteten am Freitag, Mofaz habe die Anweisung bei einem Dringlichkeitstreffen mit ranghohen Militärs und Sicherheitsexperten gegeben.

Gleichzeitig hieß es, die Armee müsse noch auf einen endgültigen Einsatzbefehl warten; Mofaz wolle der Palästinensischen Autonomiebehörde noch Gelegenheit zum energischen Vorgehen gegen die militanten Organisationen geben. Palästinensische Extremisten hatten in den vergangenen Tagen Dutzende von Kleinraketen und Mörsergranaten auf israelische Ziele im Gaza-Streifen und im israelischen Grenzgebiet abgefeuert. Eine junge Israelin wurde dabei getötet.
(apa/red)

15.7.2005 21:31