Antreten bei der Wahl steht nichts mehr im Weg: WASG stimmt für Bündnis mit der PDS
- Fast 82 % der Mitglieder bei Urabstimmung dafür
- Offizieller Zusammenschluss aber erst in zwei Jahren
Die Mitglieder der deutschen Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG) haben einem Bündnis mit der PDS zur Bundestagswahl mit großer Mehrheit zugestimmt. In einer Urabstimmung stimmten 81,78 Prozent einem gemeinsamen Antreten als Linkspartei zu, wie WASG-Vorstandsmitglied Klaus Ernst am Freitag auf Anfrage mitteilte.
Als Voraussetzung für das Bündnis gilt noch die Umbenennung der PDS in "Die Linkspartei". Darüber will am Sonntag ein PDS-Bundesparteitag in Berlin entscheiden. Bereits am letzten Wochenende hatten sich die PDS-Landesverbände Sachsen und Niedersachsen umbenannt.
WASG-Mitbegründer höchst erfreut
WASG-Mitbegründer Klaus Ernst zeigte sich von dem Ergebnis der Urabstimmung höchst erfreut. Damit sei der Kurs des Parteivorstands eindrücklich bestätigt worden, sagte er im Gespräch mit AP. Zugleich appellierte Ernst an die PDS, mit der Umbenennung in Linkspartei am Wochenende ihrerseits den Weg für das Bündnis und damit für eine starke politische Linke im nächsten Bundestag frei zu machen.
Ein Bundesparteitag der WASG hatte am 3. Juli in Kassel dem Bündnis mit großer Mehrheit zugestimmt. Der Beschluss war aber ausdrücklich an eine Bestätigung in der Urabstimmung aller Mitglieder der Wahlalternative gebunden worden. Neben dem gemeinsamen Antreten zur Bundestagswahl mit dem PDS-Politiker Gregor Gysi und dem ehemaligen SPD-Vorsitzenden Oskar Lafontaine als Spitzenkandidaten sollen auch die Verhandlungen über einen offiziellen Zusammenschluss von PDS und WASG zu einer Partei fortgesetzt werden.
Offizieller Zusammenschluss erst in zwei Jahren
Die endgültige Entscheidung über eine derartige Fusion fällt aber erst in zwei Jahren. Für die Fortsetzung dieser Verhandlungen votierten in der Urabstimmung sogar 85,26 Prozent der WASG-Mitglieder. Die Beteiligung lag laut Ernst bei etwa 70 prozent. Insgesamt hat die WASG nach seinen Angaben bundesweit jetzt mehr als 7.400 Mitglieder.
(apa)
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