Explosion nahe einer Moschee im Süden erschüttert Bagdad: Mindestens 59 Tote!
- 85 Menschen wurden bei dem Anschlag verletzt
- Attentäter sprengte sich neben Tanklaster in die Luft
·Irak: Zivilisten sind die Opfer der Konflikte
Von Jänner-Juni wurden fast 1.600 Bürger getötet
Bei einer Reihe von Anschlägen sind im Irak am Samstag mehr als 70 Menschen getötet worden. Allein bei einem verheerenden Selbstmordattentat vor einer schiitischen Moschee in Musayyib etwa 60 Kilometer südlich von Bagdad starben nach Angaben der Polizei am Abend mindestens 59 Menschen. Wie das irakische Innenministerium mitteilte, sprengte sich der Attentäter neben einem mit Propangas gefüllten Tanklastwagen in die Luft und löste eine gewaltige Explosion aus. Bei weiteren Anschlägen starben im Laufe des Tages zwölf weitere Menschen, unter ihnen drei britische Soldaten.
Mindestens 85 weitere Menschen seien bei dem Anschlag in Musayyib verletzt worden, teilte die Polizei mit. Zwei umliegende Wohnhäuser seien durch den explodierenden Lastwagen in Brand geraten. Außerdem seien die nahe Moschee sowie mehrere Ladengeschäfte und ein vollbesetztes Café stark beschädigt worden. Der Tanklastwagen war in einem belebten Stadtteil abgestellt, in dem normalerweise weder irakische Polizisten noch US-Soldaten patrouillieren.
Die Briten seien in der Region Al Amarah getötet worden, teilte das Verteidigungsministerium in London mit. Die Soldaten wurden laut dem Rundfunksender BBC bei einer Patrouille Ziel eines Bombenanschlags. Anwohnern zufolge explodierte um 01.30 Uhr Ortszeit ein Sprengsatz, als die Soldaten in dem Stadtteil Al Rissala Streife fuhren, das als Hochburg des radikalen Schiitenführers Muktada al-Sadr gilt.
Zu dem Anschlag bekannte sich die bisher nicht in Erscheinung getretenen, offenbar schiitischen "Imam-Hussein-Brigaden". Mit diesen Opfern stieg die Zahl der britischen Soldaten, die seit Beginn des Kriegs im Irak im März 2003 getötet wurden, auf 92.
Vier Polizisten von Selbstmord-Attentäter getötet
Nahe Mossul starben vier Polizisten, als sich ein Attentäter in einer Polizeistation in die Luft sprengte. Bei dem Anschlag in der Ortschaft Hamam al Alil wurden 18 weitere Polizisten verletzt, acht von ihnen nach Krankenhausangaben schwer. In Dura südlich von Bagdad starben bei der Explosion eines Autos vier Menschen, darunter ein Polizist und zwei Kinder. Ein Selbstmordattentäter habe seinen Wagen in eine Streife des Innenministeriums gelenkt, teilte die Polizei mit. Bei der Explosion seien elf weitere Menschen verletzt worden, unter ihnen sieben Polizisten.
Ein Zivilist starb in Bagdad bei der Explosion einer Autobombe. In Jabala 60 Kilometer südlich von Bagdad sprengte sich ein Selbstmordattentäter in die Luft, als Polizisten ihn festnehmen wollten. Zwei Polizisten und vier Zivilisten wurden dabei verletzt.
Am Freitag waren bei einer Serie von Selbstmordanschlägen, die hauptsächlich in Bagdad verübt wurden, mindestens 28 Menschen getötet worden. Bei den Attentaten gegen irakische Truppen wurden zudem mehr als hundert Menschen verletzt. Auch die Region nördlich von Mossul war in der Vergangenheit häufig Schauplatz von Attentaten gegen US- und irakische Streitkräfte.
(apa/red)
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